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Achim Walde

Achim Walde

Yuan-Aufwertung: Macht China Weihnachtsgeschenke teurer?

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DAS INVESTMENT.com: 80 Prozent aller Weihnachtsgeschenke kommen aus China. Verteuert sich die chinesische Währung, ist mitunter Schluss mit einem frohen Fest unterm Tannenbaum.

Achim Walde: Das klingt sehr dramatisch. Aber so weit würde ich nicht gehen. Das hängt am Ende vom Preisüberwälzungsspielraum ab.

DAS INVESTMENT.com: Chinesische Exporteure verweisen auf ihre niedrigen Margen und fürchten großflächige Insolvenzen.

Walde: Etwas Jammern gehört zum Handwerk. Es ist fraglich, ob es zu der großen Aufwertung kommen wird. Wir rechnen mit 2 Prozent über die kommenden zwölf Monate. Vereinzelt mag es zu Problemen für chinesische Exporteure kommen, aber das ist nun mal der Wettbewerb. Für die Konsumenten ist die Aufwertung ein Vorteil. Es liegt doch im Interesse eines jeden Landes, für seine eigene Währung einen hohen Preis zu erzielen. Es gibt also auch in China Profiteure einer Aufwertung.

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DAS INVESTMENT.com: Der US-Ökonom Paul Krugman sagt, dass der Nutzen der Aufwertung für die USA und andere Länder deutlich höher zu bewerten sei als die Risiken für den chinesischen Export.

Walde: Dass Amerikaner jetzt verstärkt auf dem heimischen Markt kaufen werden, wage ich zu bezweifeln. Und für weltweit tätige Unternehmen sinkt die Bedeutung von Wechselkurschwankungen. Die produzieren direkt in den Märkten, in den auch gekauft wird – wir bezeichnen das als natürliches Hedging. BMW etwa lässt seine Autos für den chinesischen Markt in China bauen. Gewinne, die in der Fremdwährung entstehen, unterliegen aber immer noch dem Translationsrisiko. Der Gewinn steigt oder fällt in heimischer Währung je nach Veränderungen des Wechselkurses.

DAS INVESTMENT.com: Wo liegt der faire Wert des Yuan?

Walde: Das kann ich Ihnen nicht sagen. Im Zweifel bekämen Sie von jedem Experten unterschiedliche Antworten.

DAS INVESTMENT.com: Warum findet die Aufwertung nur in recht kleinen Schritten statt?

Walde: Weil China die kommenden Jahre massiv wachsen muss. Jedes Jahr möglichst zweistellig. Schon 2019 kippt in China die Alterspyramide und die Ein-Kind-Politik stellt das Land vor dramatische Herausforderungen. Daher wird nur graduell aufgewertet.

DAS INVESTMENT.com: Inwieweit ist die Aufwertung ein Politikum? Die USA haben mit Strafzoll für chinesische Waren gedroht.

Walde: China zu drohen, wäre sicher schwierig. Wenn Drohungen zu offen ausfallen, würde jeder sicher einfach dicht machen. Dann passiert gar nichts. Was die internationale Staatengemeinschaft jetzt gemacht hat, ist besser. Erst wird etwas diskutiert und jetzt sind andere Themen auf der politischen Agenda: Griechenland und der Iran. China kann jetzt sein Gesicht wahren. China muss man nach und nach immer mehr Verantwortung geben und das Land integrieren. Dann hält es sich auch an die Spielregeln der Weltwirtschaft. 

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