Ihre Zahl sinkt bereits seit einigen Jahren: Gebundene Versicherungsvertreter – Vertriebsprofis, die bestimmten Versicherungsunternehmen zuarbeiten (Ausschließlichkeitsvertreter) und mit gewerberechtlicher Erlaubnis nach Paragraf 34d Abs. 7 GewO tätig sind – werden immer weniger.
Vor fünf Jahren etwa gab es in Deutschland noch mehr als 117.000, nach neuester Messung Anfang Juli haben die gebundenen Versicherungsvertreter nun die prominente Marke von 100.000 unterschritten: Es sind gerade einmal noch 99.797 registriert – rund 1.200 weniger als im Vorquartal.
Die Zahlen misst regelmäßig der DIHK und veröffentlicht sie Anfang jedes Quartals. Die Auswertungen geben Einblick in die längerfristigen Trends im Versicherungsvertrieb.
Anders als bei den gebundenen Vertretern bleiben die Versicherungsvertreter mit Erlaubnis nach Paragraf 34d Abs. 1 GewO über die Jahre recht konstant. 27.517 hat der DIHK zuletzt gemessen – gegenüber 27.892 vor fünf Jahren.
Zuwachs bei Maklern
Zugewonnen haben dagegen die Versicherungsmakler (Erlaubnis nach Paragraf 34d Abs. 1 GewO). Ihre Zahl stieg zuletzt auf 46.771 (gegenüber 46.073 vor fünf Jahren). Allein im vergangenen Quartal sind 225 neue Makler hinzugekommen. Versicherungsmakler stehen qua Versicherungsvertragsgesetz (VVG) im Lager der Kunden – im Gegensatz zu den Versicherungsvertretern, die aufseiten der Versicherer tätig werden.
Änderungen gibt es ebenfalls bei den produktakzessorischen Versicherungsvertretern (mit Erlaubnisbefreiung nach Paragraf 34d Abs. 6 GewO). Diese vermitteln Versicherungen im Zuge des Kaufs zum Beispiel einer Brille, eines Autos oder einer Reise, indem sie Kunden zusammen mit dem Hauptprodukt auch noch eine passende Versicherung vorschlagen.
Dieser Vertriebskanal wurde zuletzt stärker, entsprechend haben sich auch die Zahlen entwickelt: 5.307 aktuell gegenüber erst 4.776 vor fünf Jahren.
Kaum Bewegung ist dagegen in den Lizenzen für Versicherungsberater: Ihre Zahl stagniert seit Jahren auf niedrigem Niveau: Es gibt 324 – gegenüber 326 vor fünf Jahren.
Vermittlerzahl um fast ein Drittel geschrumpft
Die Zahl der Versicherungsvermittler – alle Lizenzen zusammengenommen – ist bereits seit über zehn Jahren im Sinkflug begriffen. 2011 etwa waren noch mehr als 263.000 Versicherungsvermittler beim DIHK registriert. Zur aktuellen Jahresmitte waren es jetzt weniger als 180.000. Das ist ein Rückgang um fast ein Drittel.
Eine Ursache für den kontinuierlichen Schwund im Versicherungsvertrieb ist die Altersstruktur: Viele Vermittler gehen aktuell in den Ruhestand, es kommt jedoch weniger Nachwuchs hinzu. Der Beruf gilt mittlerweile als weniger lukrativ. Die ehemals einfach zu verdienenden Provisionseinnahmen sind heute einer Fülle an Regeln gewichten, die die Einstiegshürde in den Beruf vergrößern. Zudem schließen sich die am Markt tätigen Unternehmen zu immer größeren und effizienter arbeitenden Einheiten zusammen.

