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Zehn Jahre nach Lehman-Pleite Die Lage ist alles andere als stabil

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Welche Schlüsse sollten Investoren ziehen?

Bei der Portfoliozusammenstellung sollten Anleger mehrere Aspekte beachten. So hat sich der Risikobegriff erweitert. Risiko bezieht sich nicht mehr auf kurzfristige Kurseinbrüche, die einer temporär höheren Volatilität geschuldet sind. Stattdessen verändert sich insgesamt die Risikostruktur von Assets. Ein Beispiel: Vor der Finanzkrise galten Staatsanleihen als weitgehend sichere Bank. Nach der Krise zeigt sich, dass sichere Assets nicht unbedingt als jederzeit liquide anzusehen sind. Die Hierarchie von Risiken und ihrer Bepreisung ist instabil geworden. Während der Finanzkrise mussten Investoren feststellen, dass Staatsanleihen sich als riskanter herausstellen können als angenommen – was Konsequenzen für die generelle strategische Allokation mit sich bringt. So sollten Anleger, die vom Markt eine Überrendite erwarten, ihr Investment noch breiter als bislang diversifizieren. Althergebrachte Korrelationsmuster müssen neu bewertet werden.

Wie wir aktuell investieren

Multi Asset: Vor dem Hintergrund zunehmender Unsicherheiten sind wir Risiko-Assets gegenüber neutral aufgestellt. Auf der Aktienseite neigen wir zu US-Anlagen. In Europa, Großbritannien und Japan betreiben wir gezieltes Stockpicking. Den Schwellenländern gegenüber sind wir vorsichtig eingestellt. In den Bereichen Fixed Income und Währungen halten wir die Duration kurz.

Fixed Income: Die Zentralbanken dürften auf ihrem Weg zu Zinserhöhungen festhalten. Wir halten deshalb die Duration bei Anleihen niedrig, wobei wir in Europa eine kürzere Duration als in den USA bevorzugen. Zugleich haben wir unsere Liquidität erhöht. Der US-Dollar sollte stark bleiben, jedoch nicht mehr weiter aufwerten. Zum Jahresende könnte von Schwellenländern daher Druck genommen werden.

Aktien: Wir bevorzugen Strategien, die dem Reifezyklus des Marktes entsprechen. Wir setzen daher auf Qualitätstitel und Unternehmen mit zyklusunabhängigen, kontinuierlichen Einnahmen. Eine breite Diversifizierung über Sektoren hinweg und eine ausgewogene Balance zwischen zyklischen und defensiven Sektoren erscheint uns zum jetzigen Zeitpunkt geboten. Eine entschiedenere defensive Ausrichtung erscheint uns noch nicht ratsam – die Unternehmensgewinne sind weiterhin solide. Wir gehen angesichts der Handelskonflikte, heranrückenden US-Zwischenwahlen und einer weniger lockeren Geldpolitik von zunehmender Volatilität aus. Angesichts der überzeugenden Unternehmensgewinne bevorzugen wir den US-Aktienmarkt.

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