Interferenz von Lichtwellen auf einer Seifenblase: Wenn sich gegenläufige Marktwellen überlagern, senkt das das Risiko einer Geldanlage. Foto: imago images / imagebroker

Zerplatzte Träume

Was mit den Korrelationen von Anlageklassen passiert ist

Im März 2020 sieht es so aus, als sei der Teller leergegessen. Der Teller mit der einzigen kostenlosen Mahlzeit, die es an der Börse gibt. Risikostreuung sei der einzige „free lunch“ beim Anlegen, hatte der nobelpreisgekrönte US-Ökonom Harry Markowitz einst festgestellt. Und den soll es geben, wenn Anleger ihr Vermögen gut genug auf unterschiedliche Anlageklassen verteilen. Gefühlt rauschte im Corona-Crash im März jedoch alles zugleich in die Tiefe. Nirgendwo war man noch sicher. Teller leer?

Eine Schlüsselgröße, um das zu prüfen, ist der Korrelationskoeffizient. Er zeigt auf einer Skala von 1 bis minus 1, wie sich zwei Werte zueinander verhalten. Plus 1 bedeutet, dass sie sich genau gleich bewegen. Bei minus 1 bewegen sie sich gegeneinander. Die Null deutet an, dass beide nichts miteinander zu tun haben.

Markowitz selbst nutzte damals in den 50ern noch reine Aktienportfolios. Doch das Modell lässt sich auf Staats-, Unternehmens- und Hochzinsanleihen und natürlich den sogenannten sicheren Hafen Gold ausweiten. Weshalb wir nachgesehen haben, wie es derzeit wirklich um die Korrelationen bestellt ist. Als Ausgangsbasis nehmen wir europäische Aktien als Grundbaustein für Anleger aus dem deutschsprachigen Raum.

Grundlage für die Rechnerei sind die wöchentlichen Renditen. Tagesrenditen taugen aufgrund der unterschiedlichen Börsenzeiten nur wenig. So haben beispielsweise die US-Börsen noch ein paar Stunden geöffnet, nachdem an den meisten europäischen Handelsplätzen schon der Hammer gefallen ist. Und in Japan geht erst am nächsten Tag wieder was. Da kann immer einiges passieren. Aber auch die durchaus üblichen monatlichen Renditen haben ihre Tücken. Sie unterschlagen zu viele zwischenzeitliche Kursschwankungen und sind damit nicht präzise genug.

Des Weiteren unterteilen wir die vergangenen 15 Jahre in Aktien-Haussen und -Baissen. Risikostreuung musste vor allem in den Crashs 2008, 2016 und 2020 funktionieren. Niedrige Korrelationen in aufwärts gerichteten Märkten sind hingegen eher gefährlich, weil sie Sicherheit vortäuschen.

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