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Zertifikate gegen Magerzins

Quelle: Fotolia
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4 Prozent Zinsen fürs Tagesgeld: Das klingt verlockend – und zu attraktiv, um wahr zu sein. Ist es auch: Das Lockangebot der Advanzia Bank gilt für maximal einen Monat, danach sind es noch 1,75 Prozent jährlich. Im Schnitt zahlen Banken gerade noch 1,3 Prozent, das ist ein neues Jahrestief. Wenn Anleger auf die tägliche Verfügbarkeit ihres Geldes verzichten, sieht es kaum besser aus. Gerade 0,2 Prozentpunkte mehr können sie erwarten, wenn sie sich für ein Jahr binden.

Und auch schnell wieder steigende Zinsen für Tages- und Festgeld sollten Anleger nicht erwarten. Denn während die Banken den Zinsschritten der Notenbanken nach unten fast immer direkt folgen, zögern sie, wenn es wieder aufwärts geht, häufig deutlich länger. Zudem ist unwahrscheinlich, dass die Europäische Zentralbank den Zins schon in absehbarer Zeit merklich erhöhen wird.

Wer verdienen will, was es noch im Herbst 2008 fürs Tagesgeld gab, hat dennoch eine relativ sichere Alternative: Zinszertifikate. Zwar sind auch deren Renditen gesunken, liegen aber immer noch deutlich über den Angeboten für Tages- und Festgeld.

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4 Prozent jedes Jahr

So bietet Morgan Stanley derzeit eine Stufenzinsanleihe mit sieben Jahren Laufzeit an. Eine jährliche Verzinsung von zunächst 4 Prozent steigert sich sukzessive auf bis zu 4,5 Prozent. Wie bei allen Stufenzinsanleihen gilt die Kapitalgarantie nur zum Laufzeitende. Zwischenzeitlich kann das Zertifikat, das seit dem 15. Dezember 2009 im Handel ist, auch weniger als die anfänglichen 100 Prozent wert sein. Ähnliche Angebote gibt es auch von anderen Emittenten. Die Höhe des Zinses hängt dabei entscheidend von der Bonität des Geldhauses ab. Je sicherer der Markt eine Bank einstuft, desto geringer der Zins, den ihre Zertifikate bieten. So erhalten Anleger der Stufenzinsanleihe der Deutschen Bank in den ersten beiden Jahren eine Verzinsung von 3,5 Prozent, die bis zum Ende der sechsjährigen Laufzeit auf 3,7 Prozent steigt. Eine Zuwachsanleihe mit sechs Jahren Laufzeit hat die West LB Anfang Dezember 2008 emittiert. Hier erhält der Anleger zunächst eine Verzinsung von 2,8 Prozent, die bis auf 3,5 Prozent steigt (siehe Tabelle).

Den höheren Zins erkaufen Anleger freilich mit einem höheren Risiko. Während bei Tages- und Festgeldangeboten deutscher Banken eine staatliche Einlagensicherung zumindest bis zu einer Anlagesumme von 50.000 Euro greift und darüber hinaus noch Sicherungseinrichtungen von Banken und Sparkassen bestehen, ist der Anleger bei Zertifikaten im Insolvenzfall der Bank ganz auf sich allein gestellt.