Zertifikate sprinten rückwärts

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Die BHF Bank hat eine Serie neuer Zertifikate mit kurzen Laufzeiten begeben, mit denen Anleger von fallenden Kursen verschiedener Einzelaktien profitieren können. Hierzu hat man den Mechanismus herkömmlicher Sprintzertifikate auf den Kopf gestellt. Verluste des Basiswerts werden bis zu einer bestimmten Untergrenze in doppelte Gewinne beim Zertifikat umgewandelt. 

So ist zum Beispiel das Reverse-Aktien-Sprint-Zertifikat auf Nokia (WKN: BHF4JM) mit einem Startpreis von 14 Euro, einer Untergrenze von 11,80 Euro und einer Laufzeit von rund sechs Monaten bis zum 20. März 2009 an den Start gegangen. Der Aktienkurs liegt zur Emission bei 14,30 Euro und das Zertifikat kostet 13,67 Euro. Sollte die Aktie bis zur Fälligkeit leicht auf 14 Euro nachgeben, würde das Zertifikat zu ebenfalls 14 Euro mit einem Gewinn von 2,4 Prozent zurückbezahlt.

Ab der Grenze von 14 Euro partizipiert das Zertifikat an weiteren Aktienverlusten mit einer Rate von 200 Prozent. Schließt die Aktie am Ende einen Euro unter dem Startpreis, also bei 13 Euro, wäre das Zertifikat 16 Euro (14 Euro + 2 x 1 Euro) wert. Bei einem Aktienkurs von 11,80 Euro erreicht das Zertifikat seinen maximalen Wert von 18,40 Euro. Dies entspricht einer jährlichen Rendite von 66,5 Prozent.

In die Verlustzone geraten Anleger dann, wenn die Aktie am Ende der Laufzeit höher notiert als heute. Steht am Ende ein Plus von 20 Prozent zu Buche, schließt auch das Zertifikat mit 20 Prozent im Minus. Somit besteht die Gefahr eines theoretischen Totalverlusts.

Neben Nokia sind weitere Basiswerte wie die Deutsche Börse, die Commerzbank oder BMW in Angebot. Aktuell können die Papiere nur außerbörslich über den Emittenten gehandelt werden. Der Börsenhandel in Frankfurt und Stuttgart wird voraussichtlich am 16. September aufgenommen.