Ziele weit entfernt

Fed muss Wachstum weiter antreiben

Die Federal Reserve muss nach Aussage von Notenbankchefin Janet Yellen das Wirtschaftswachstum weiter antreiben, da die Indikatoren für Inflation und Beschäftigung noch immer weit von den Zielen der Zentralbank entfernt sind.

“Ein hoher Grad an geldpolitischer Akkommodierung bleibt gerechtfertigt”, sagte Yellen laut Redetext am Mittwoch bei einer Anhörung vor dem gemeinsamen Wirtschaftsausschusses des Kongresses in Washington. “Viele Amerikaner, die eine Stelle wollen, sind noch immer arbeitslos” und die Inflation liege unter dem Fed-Ziel von 2 Prozent.

Konjunkturdaten weisen der Fed-Chefin zufolge auf ein “solides Wachstum” im zweiten Quartal - was die Aussicht auf eine schnellere Expansion untermauere. Steigende Haushaltsvermögen und Häuserpreise, weniger Belastungen durch die Haushalte auf allen Staatsebenen sowie ein stärkeres Wachstum im Ausland dürften gemeinsam Investitionen und Konsum antreiben.

Als Risiken machte Yellen eine Verlangsamung am US-Häusermarkt, “erhöhte geopolitische Spannungen” sowie finanziellen Stress an den Schwellenmärkten aus.

“Während sich die Lage am Arbeitsmarkt spürbar verbessert hat, ist sie noch lange nicht zufriedenstellend”, erklärte die Fed-Chefin. Sie bezeichnete die Arbeitslosenquote, die im April bei 6,3 Prozent lag, als “erhöht”. Zudem sei der Anteil der Erwerbsfähigen - die seit mehr als sechs Monaten ohne Arbeit sind oder die sich in Teilzeit befinden, aber lieber Vollzeit arbeiten wollen - “auf einem historisch hohen Niveau”.

Dennoch würden die Anzeichen für eine erstarkende Wirtschaft und die steten Zuwächse bei der Beschäftigung der Fed erlauben, ihre Anleihekäufe - die zur Ankurbelung der Konjunktur dienen - schrittweise zu reduzieren.

Yellen sagte, dass eine “ausreichende, zugrunde liegende Stärke” die maßvolle Reduzierung der Bondkäufe “angemessen” mache. Gleichzeitig versicherte sie, dass der Leitzins der Fed für einen “beträchtlichen Zeitraum” nahe null bleiben werde, nachdem die Anleihekäufe eingestellt worden seien.

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank hatte das Volumen der monatlichen Anleihekäufe in der letzten Woche die vierte Sitzung in Folge um 10 Milliarden Dollar reduziert.

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