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Zinsen bleiben niedrig Flexible Mischfonds zu Recht beliebt

Stefan Arneth, Leiter institutionelle Kunden bei Meag
Stefan Arneth, Leiter institutionelle Kunden bei Meag
Alle Augen richten sich auf die konjunkturelle Erholung in den USA und Europa. Hinzu kommt die Tatsache, dass die US-Notenbank Fed nach und nach die Liquidität an den Märkten zurückfährt. Beides spricht für sich genommen für steigende Zinsen. Ob es jedoch zu einem nachhaltigen Zinsanstieg kommt, ist fraglich. Die Zinsmärkte haben bereits viel der Zinswende vorweggenommen.

Die Fed hat erklärt, dass sie den Moment noch nicht für gekommen sieht, deutlich auf die Bremse zu treten, und ihre Anleihekäufe behutsam weiter zurückführen wird, entsprechend der weiteren Entwicklung der US-Konjunktur.
Auch die EZB hat bekräftigt, dass sie alles tun wird, was für den Zusammenhalt der Europäischen Währungsunion nötig ist.

Echte Zinserhöhungen werden wir also von der US-Notenbank erst ab Mitte 2015 bis Anfang 2016 sehen. Denn zunächst wird die Fed nur ihre Anleihekäufe zurückfahren.

Zinserhöhungen gelten nicht als ausgemacht. Der globale Konjunkturaufschwung verläuft mit moderater Dynamik. Bevor in den USA Zinserhöhungen anstehen, könnte es aus konjunkturellen Gründen schon wieder Zeit sein für eine Lockerung.

Zinsen steigen 2014

Unsere Prognose ist, dass die Zinsen 2014 steigen, aber nicht allzu stark. Temporär kann es Übertreibungen geben. Ende dieses Jahres sehen wir sie bei US-Staatsanleihen und Bundesanleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit nur etwa 30 Basispunkte höher als noch zur Jahreswende.

Die Niedrigzinsphase wird uns also ungeachtet der positiven konjunkturellen Impulse längerfristig erhalten bleiben. Die gute Nachricht dabei ist: Niedrige Zinsen bei verbesserten Konjunkturaussichten sind Musik für die Aktienmärkte.

Doch je mehr die Aktienmärkte weiterlaufen, desto größer wird auch die Gefahr einer Überhitzung. Sollte sich die Konjunktur langsamer als erhofft erholen, und die Entwicklung der Unternehmensgewinne zurückbleiben, kann es zu Turbulenzen kommen.

Auch in den europäischen Peripheriestaaten müssen Anleger mit politischen Risiken rechnen. Die gesellschaftlichen Spannungen bei den Konsolidierungsbemühungen können zunehmen, was die Staatshaushalte belasten dürfte. Der Ruf nach teuren Programmen, die die Nachfrage ankurbeln, wird dann lauter.

Die Europäische Währungsunion kann vor neuen Belastungsproben stehen, da die strukturellen Probleme der fehlenden Wettbewerbsfähigkeit und nicht nachhaltigen Haushaltsfinanzierung sich ohne einschneidende Maßnahmen nicht lösen lassen.

Ertrags- und Risikoquellen streuen

Anleger müssen vor allem die Ertrags- und Risikoquellen ihrer Geldanlage streuen. Mischfonds sind ideal in dem aktuellen Marktumfeld, das keine eindeutigen Richtungsvorgaben kennt. Springt die Konjunktur an? Wann und in welchem Umfang erhöhen die Notenbanken die Zinsen? Verharrt die Inflation auf niedrigem Niveau oder geht sie in den Trab über?

Professionelle Fondsmanager handeln basierend auf ihrer Markterfahrung und dem Research ihres Hauses schnell und proaktiv, indem sie je nach Marktlage das Portfolio an die veränderten Gegebenheiten anpassen. Flexibilität ist Trumpf.

Die niedrigen und langsam steigenden Zinsen sind ein positives Szenario für Anleger, die bereits in Anleihen und Aktien investiert sind. Angesichts dessen müssen Anleger zumindest mit Teilen ihres Kapitals auf Anlagen setzen, die die Chance auf eine Mehrrendite haben.

Mischfonds sind hierfür besonders geeignet. Sie streuen das Kapital flexibel auf unterschiedliche Anlageklassen und können somit gezielt Chancen nutzen. Je nach Risikoneigung stehen Anlegern dabei unterschiedliche Konzepte zur Verfügung – von defensiven, auf Absolute-Return ausgerichteten Anlagen bis zu chancenorientierten Produkten. Mischfonds dürften deswegen auch in den kommenden Monaten zu den meist gefragten Fondsprodukten gehören.
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