Zinsen, Tilgung, Sicherheiten

Die wichtigsten Fragen rund um den Ratenkredit

//
Immer mehr Menschen schließen in Deutschland einen Ratenkredit ab. Bereits jeder dritte Haushalt nutzt laut Untersuchungen Kredite zur Finanzierung. Der Bankenfachverband erklärt, dass die Finanzierungen durch die anhaltenden Niedrigzinsen für die Verbraucher günstig sind und sie deshalb private Ausgaben mit einem Kredit finanzieren. Die meisten Ratenkredite nutzen die Deutschen für Renovierungen, Gebrauchtwagen und Einrichtungsgegenstände. Die Banken verliehen im vergangenen Jahr mehr als 140 Milliarden Euro an die Verbraucher. Jeder zweite Ratenkredit stammt von einer Kreditbank im Internet. Ihr Markenanteil liegt bei über 55 Prozent. Tendenz steigend.

1. Welche Voraussetzungen sind an den Ratenkredit geknüpft?

In Deutschland kann jeder Kreditnehmer, der über 18 Jahre alt ist und über ein regelmäßiges, monatliches Gehalt verfügt, bei einer Bank einen Kredit beantragen. Ob der Ratenkredit bewilligt wird, hängt von der Bonität des Kunden ab. Je höher das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit ist, desto weniger sind die Finanzinstitute gewillt, dem Antragsteller einen Kredit zu bewilligen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Zahlungsverhalten. Banken wollen sichergehen, dass der Kreditnehmer die finanziellen Mittel besitzt, um über mehrere Jahre hinweg monatlich die Raten zurückzuzahlen. Deshalb akzeptieren sie Verbraucher, die in einem festen Arbeitsverhältnis stehen, Beamte und andere gut verdienende Angestellte eher als Selbstständige. Letztendlich kommt es aber auf das individuelle Kreditangebot und die Höhe des Ratenkredits an.

2. Welche Sicherheiten sind für den Ratenkredit notwendig?

Bei Ratenkrediten erfolgt die Sicherheit für die Bank in der Regel durch eine Gehaltsabtretung. Bei Vertragsunterzeichnung akzeptiert der Kreditnehmer die Klausel, dass die Bank im Falle einer Zahlungsunfähigkeit das Gehalt pfänden darf. Die Kreditinstitute entscheiden bei der Kreditwürdigkeitsprüfung ob und welche Sicherheiten sie heranziehen. Banken dürfen das Ausfallrisiko übrigens nicht in das Ausloten der Konditionen miteinbeziehen. Kreditnehmer, wie Studenten oder Personen, die in einem unsicheren Arbeitsverhältnis stehen, müssen in der Regel bei der Kreditvergabe eine Bürgschaft oder Garantie vorlegen, die bestätigt, dass eine weitere Person haftet, wenn es zum Zahlungsausfall kommt.

3. Ist ein Ratenkredit kündbar?

Wer einen Ratenkredit abschließt, hat ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Sollte er in dieser Zeit feststellen, dass der Kredit zu teuer ist, kann er diesen widerrufen. Wird der Kreditnehmer bei Vertragsabschluss darüber nicht ausdrücklich in den Unterlagen belehrt oder ist die Belehrung im Vertrag fehlerhaft, kann der Kreditnehmer den Ratenkredit auch Jahre später kündigen. Das hat der Bundesgerichtshof in einem Urteil zum Widerrufsrecht im vergangenen Jahr klargestellt. Die Verbraucherzentralen vermuten, dass bis zu 80 % der abgeschlossenen Kreditverträge fehlerhafte Widerrufsbelehrung enthalten. Durch den Widerruf muss die Bank den bis dahin höheren Zinssatz, den der Kunde gezahlt hat, erstatten.

4. Lohnt sich ein schufafreier Kredit?

Es gibt im Internet Ratenkredite, die der Kreditnehmer ohne Schufa-Eintrag erhalten kann. Diese Kredite setzen in der Regel ein kontinuierliches monatliches Einkommen voraus. Zudem entstehen höhere Kosten und Zinsen. Nicht alle Kreditinstitute, die einen solchen Kredit anbieten, sind seriös.

5. Welche Zinsen entstehen beim Ratenkredit?

Bei einem Ratenkredit bleiben der Zinssatz und die Rate über die gesamte Laufzeit gleich. In einigen Fällen sind Sondertilgungen möglich. Die Zinsen werden als Nominalzins und als effektiver Jahreszins dargestellt. Der Nominalzins informiert, welche reinen Zinszahlungen auf den Kreditnehmer zukommen. Doch diese Belastung ist nur ein Teil der gesamten Kosten. Der effektive Jahreszins ist erheblich aussagekräftiger. Er informiert über die realen Kosten, die durch die Kreditaufnahme entstehen. Praktisch bedeutet das: Der effektive Jahreszins beinhaltet den Sollzins sowie die Bearbeitungsgebühren und andere Kostenpunkte, die der Kunde bezahlen muss. Bei der Kreditaufnahme sollte sich der Verbraucher deshalb nicht vom vermeintlich günstigen Nominalzinssatz in die Irre führen lassen.

6. Wie hoch sollte die Kredithöhe sein?

Die Finanzierung bedeutet eine Rückzahlungsverpflichtung über viele Jahre, das dürfen Verbraucher nicht vergessen. Sie sollten sich mit der Höhe des Kredits finanziell nicht übernehmen. Je höher der Kreditbetrag ist, desto höher ist die monatliche Rate, die der Verbraucher zurückzahlen muss. Auch die Laufzeit kann sich dadurch verlängern. Es lohnt sich deshalb, vor der Kreditaufnahme die Ausgaben den Einnahmen gegenüberzustellen. Als Faustregel gilt: Die Differenz zwischen Einnahmen und Belastungen geteilt durch zwei ergibt den Betrag, den Verbraucher für eine Kreditrate maximal aufbringen sollten. Auf diese Weise können sie bei unvorhergesehenen Kosten reagieren.

7. Lässt sich der Ratenkredit umschulden?

Die niedrigen Zinsen am Finanzmarkt sinken zum Leidwesen der Banken immer mehr. Für die Verbraucher ist das ein Vorteil, denn Konditionen eines Ratenkredits sind dadurch günstig. Eine Umschuldung kann eine große finanzielle Entlastung bewirken. Der Kreditnehmer sucht sich einen neuen Ratenkredit zu besseren Konditionen heraus und tilgt mit ihm die Kreditsumme des bestehenden Vertrags. Kreditnehmer sollten aber beachten, dass einige Banken eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.

9. Wo gibt es günstige Ratenkredit-Angebote?

Fast jede Bank, sei es eine Direktbank oder Filialbank, bietet einen Ratenkredit an. Für Kreditnehmer ist es nicht leicht, das beste Angebot herauszufiltern. Über Vergleichsportale im Internet lassen sich die Konditionen vergleichen. Generell vergeben Internetbanken wie easyCredit Ratenkredite zu besseren Konditionen, da sie weniger Fixkosten haben und diese nicht auf dem Kunden umlegen müssen.

10. Welche Tilgungsmöglichkeiten bestehen?

Die Tilgungsmöglichkeiten hängen vom jeweiligen Ratenkredit ab. Die meisten Banken ermöglichen dem Kunden eine komplette oder teilweise Rückführung des Darlehens vor dem Ende der Laufzeit. Der Kreditnehmer sollte allerdings bei der Vertragsunterzeichnung überprüfen, ob die Bank dafür eine Entschädigung verlangt.

Mehr zum Thema