Quelle: Anna Meister/Pixelio.de

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Zu kurzes Leben: US-Börsenaufsicht verklagt Life Partners

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Die US-Börsenaufsicht SEC hat Klage gegen Life Partners und drei seiner Topmanager – darunter den Konzernchef Brian Pardo und den Finanzchef David Martin – eingereicht. Die Behörde wirft dem Anbieter im Zweitmarkt für Lebenspolicen aus Texas (USA) Betrug beim Handel mit Lebensversicherungen vor. Das Unternehmen soll die Lebenserwartungen der Versicherten, deren Policen es kaufte, absichtlich zu niedrig eingeschätzt und damit seine Aktionäre betrogen haben.

Life Partners habe einen „für die Aufgabe nicht qualifizierten Arzt“ beschäftigt, der „ohne Grundlagen den Beständen an Policen bestimmte Lebenserwartungen zuordnete", sagte der SEC-Vertreter Robert Khuzami.

Life Partners bezeichnete die Vorwürfe als haltlos. „Wir werden uns energisch gegen diese unberechtigten Anschuldigungen zu Wehr setzen“, erklärte Konzernchef Brian Pardo, der mehr als die Hälfte der Aktien seines Unternehmens besitzt.

In Deutschland spielt die Lebenserwartung keine Rolle

Dass ein US-Finanzunternehmen von einer falschen Einschätzung der statistischen Lebenserwartung von Versicherten profitieren kann liegt in einer Besonderheit des US-Zweitmarkts für Lebensversicherungen. Denn die US-Policen gleichen einer Wette auf den Todeszeitpunkt. Wer einem Versicherten seine Lebenspolice abkauft, bekommt erst dann die versicherte Summe, wenn der Verkäufer stirbt. Je früher der Versicherte also stirbt, desto besser für den Käufer. In Deutschland hingegen spielt die Lebenserwartung keine Rolle: Hierzulande bekommen Gesellschaften, die Lebenspolicen aufkaufen, die Versicherungssumme zur Fälligkeit.

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