„Zufällige, fondsuntypische Entwicklungen können unsere Ratings nicht beeinflussen“

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DAS INVESTMENT.com: Auf dem Markt gibt es bereits solche Ratings. Worin liegt der besondere Nutzen ihrer Methodik? Wenn wollen Sie damit erreichen?

Wittmann: Das entscheidende Kriterium ist die Nachhaltigkeit. Eine gute Bewertung bekommen nach unserer Methodik nur Fonds, die in allen drei Betrachtungsweisen überzeugen können. Dies gewährleisten wir durch eine entsprechende Gewichtungssystematik zwischen den Bereichen.

Der besondere Mehrwert liegt aber in der ermittelten Stabilität der Ergebnisse. Fondsuntypische Phasen, wie zum Beispiel zufällige Outperformance, können das Ergebnis nicht verfälschen. Wir können innerhalb der von uns betrachteten Drei- und Fünfjahreszeiträumen ebenfalls Unterintervalle betrachten. Beispielsweise monatliche, quartalsmäßige oder jährliche Zeiträume.

DAS INVESTMENT.com: Wie begegnen Sie dabei dem Problem der richtigen Auswahl von Beurteilungsgrößen? Kann man beispielsweise für jede Risikokennziffer sowohl Vor- als auch Nachteile aufzählen?

Wittmann: Wir betrachten auf allen drei Ebenen bis zu zehn verschiedene Messwerte oder Kennziffern, deren Kombination wir in Testverfahren erprobt haben. Darüber hinaus reicht es uns nicht, nur die jeweiligen Ausprägungen zu messen, sondern in gleicher Art fließen auch die Schwankungen der Ausprägungen ein. Ein Beispiel ist die Wahrscheinlichkeit der Outperformance.

Uns ging es bei der Entwicklung der Ratingsystematik um die Generierung einer skalierbaren Methode. Sie soll erlauben, große Mengen von Investmentfonds vergleichbar zu machen, ohne auf die in unseren qualitativen Ratings übliche Stabilität der Ergebnisse verzichten zu müssen.

Zufällige, fondsuntypische Entwicklungen können das Ergebnis der Fondsbewertung nicht nachhaltig beeinflussen. Hierzu sind, genau wie bei unserem qualitativen Ansatz, signifikante Veränderungen im Fondsverhalten nötig. Und so erhalten nur die besten 20 Prozent des Segments auch dauerhaft fünf Diamanten von uns und nicht nur einen, wie die letzten 20 Prozent.

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