Nachdem im Sommer vergangenen Jahres ein Eckpunktepapier zur Modernisierung des Kapitalmarkts vorgestellt wurde, geht es nun in die nächste Runde: Das Finanz- und Wirtschaftsministerium hat einen Referentenentwurf zum dort bereits erwähnten Zukunftsfinanzierungsgesetz (ZuFinG) veröffentlicht. Dabei fordern die Entscheider, dass der Finanzstandort Deutschland sowohl für nationale als auch für internationale Unternehmen an Attraktivität gewinnen müsse. Dazu gehöre es auch, Anreize für die Kapitalanlage zu schaffen.

Aktienrecht soll modernisiert werden

Ein zentrales Element des ZuFinG sind Anpassungen im Aktiengesetz.

Dazu gehört es, die Digitalisierung am Kapitalmarkt voranzutreiben. Geplant ist, dass Unternehmen künftig elektronische Namensaktien auf Grundlage der Blockchain-Technologie emittieren können.

Zudem solle eine steuerlich entlastete Mitarbeiterkapitalbeteiligung es jungen Unternehmen ermöglichen, Angestellte zu gewinnen und sich im internationalen Talentwettbewerb zu behaupten, heißt es in dem Entwurf.

„Die geplante Erhöhung des Steuerfreibetrags für Mitarbeiterkapitalbeteiligungen von derzeit 1.440 Euro auf 5.000 Euro jährlich bedeutet einen großen Schub für die Mitarbeiteraktie in Deutschland“, bekräftigt Christine Bortenlänger, geschäftsführende Vorständin des Deutschen Aktieninstituts, den Entschluss.

 

Auch Börsenzulassungsanforderungen und Zulassungsfolgepflichten sollen vereinfacht werden, was vor allem Start-ups und kleine innovative Wachstumsunternehmen bessere Anreize biete.

„Der Gesetzgeber stärkt mit dem Zukunftsfinanzierungsgesetz nun endlich die Kapitalmärkte in Deutschland“, so Bortenlänger weiter. Damit schaffe die Bundesrepublik bessere Bedingungen, um künftig eine nachhaltige Wirtschaft zu finanzieren. „Deutschland liegt gegenüber anderen Industrienationen wie den USA oder Großbritannien erheblich im Rückstand“, bemängelt die Vorständin.

Positiv sieht das Aktieninstitut außerdem den Vorschlag, bei den vermögenswirksamen Leistungen die Arbeitnehmersparzulage zu erhöhen und die Einkommensgrenzen abzuschaffen. Die Vermögensbildung sei der Schlüssel für die finanzielle Unabhängigkeit der Bevölkerung und ein Auskommen im Alter. Die Regierung setze hiermit Anreize, damit die Bevölkerung die Chancen des Sparens insbesondere mit Aktienfonds und ETFs ergreife.

 >> Hier findest du den kompletten Entwurf