Zurück in der Erfolgsspur

Hedgefonds-Milliardär Paulson verdient wieder Geld

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John Paulson, der in der vergangenen Woche 400 Millionen Dollar (rund 354 Millionen Euro) an die Ingenieursschule der angesehenen Harvard University gespendet hat - konnte im Mai bei den meisten Hedgefonds seiner Firma wirklich feiern.

Sein Advantage-Fonds, der die Investments mit Blick auf Ereignissen bei Unternehmen ausrichtet, kletterte im vergangenen Monat um 3,5 Prozent. Das erfuhr Bloomberg von einer Person, die mit der Entwicklung vertraut ist. Für das gesamte Jahr komme der Fonds nun auf ein Plus von acht Prozent.

Paulsons Partners Fusionsstrategiefonds verbesserte sich den Angaben zufolge ebenfalls, und zwar um 2,7 Prozent im Mai. Für das gesamte Jahr liege der Ertrag damit jetzt bei unterm Strich schon 9,3 Prozent.

Seine Firma Paulson & Co., mit einem Anlagevolumen von rund 20 Milliarden Dollar, befindet sich damit offenbar auf einem Erholungskurs, nachdem sie 2014 das zweitschlechteste Ergebnis ihrer Geschichte verzeichnen musste.

Die New Yorker Hedgefondsgesellschaft hat in diesem Jahr unter anderem von erfolgreichen Wetten auf den Energiesektor, auf Fusionen bei Pharmafirmen und auf griechische Banken profitiert. Paulsons Hedgefonds schlagen nicht nur mit Leichtigkeit konkurrierende Fonds, sondern auch die Erträge von Aktien und Anleihen.

Der Bloomberg Global Aggregate Hedge Fund Index schaffte im Mai lediglich ein Plus von 0,1 Prozent. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres liegt der Zugewinn der gesamten Branche bei durchschnittlich 3,4 Prozent.

Armel Leslie, ein Sprecher für Paulson & Co. bei der Kommunikationsfirma Peppercomm, wollte sich auf Nachfrage nicht zur Entwicklung der Fonds äußern.

Bekannt geworden ist Paulson vor allem durch seine lukrativen Wetten gegen den US-amerikanischen Häusermarkt im Jahr 2007. In diesem Jahr hielt er Positionen bei Unternehmen wie Time Warner Cable. Der Kabelnetzbetreiber hatte erst im vergangenen Monat einer Übernahme durch seinen Konkurrenten Charter Communications zugestimmt.

Die gehebelte Version von Paulsons Ereignis-getriebenem Fonds erzielte im Mai ein Plus von 4,3 Prozent - im bisherigen gesamten Jahresverlauf kam der Fonds sogar um 12 Prozent voran, hieß es von der informierten Person. Mit Blick auf die gehebelte Version des Fusions-Fonds zeigt sich den Angaben Zufolge ein Ertrag von 5,4 Prozent im vergangenen Monat und von 19 Prozent bislang für dieses Jahr.

Paulsons Special-Situations-Fonds, der einst als Recovery-Fonds bekannt war, kletterte demnach im Mai um 3,1 Prozent. Damit liege der Fonds jetzt in etwa auf demselben Niveau wie zu Beginn dieses Jahres.

Allerdings hatte Paulson im Mai offenbar nicht bei allen seinen Hedgefonds ein glückliches Händchen bewiesen. So fiel zum Beispiel der wichtigste Anleihe-Fonds um 1,4 Prozent, berichtete die informierte Person. Dadurch sei das Plus seit Anfang Januar auf vier Prozent geschrumpft.

Im vergangenen Jahr hatte Paulson, 59, bei den meisten seiner Hedgefonds noch Verluste ausweisen müssen. Dahinter standen unter anderem fehlgeschlagene Wetten auf Energieaktien. Diese Rückgänge kamen zu den Verlusten hinzu, die sich aus einer gescheiterten Fusion und aus unglücklichen Investments in Fannie Mae und Freddie Mac - zwei amerikanischen Realkreditinstituten - ergeben hatten.

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