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 „Das Jahr 2009 wird Investoren ein paar fantastische Gelegenheiten bieten, wenn sie Kapital und Vertrauen genug haben, um über den Abschwung hinauszusehen“, prophezeit Claus P. Thomas, Regionaldirektor bei Lasalle Investment Management. Tatsächlich fallen in allen wichtigen Immobilienmärkten Europas zurzeit die Preise. Die Prognose: kein Mietwachstum, wenig Flächennachfrage, fallende Immobilienwerte. Jetzt lohnt der Immobilienkauf Doch für Anleger, die Interesse an einer wenig volatilen Kapitalanlage haben, sind die Immobilienmärkte in einem perfekten Zustand für einen Einstieg, da sind sich momentan alle Immobilienberatungsunternehmen einig. 
Passenderweise sind derzeit alle Emissionshäuser mit Expertise in Europa-Immobilien bemüht, frische Produkte auf den Markt zu bringen. Das tut auch Not, denn die Fondslandschaft wurde in den vergangenen Wochen in einem erstaunlichen Tempo abgegrast: Seinen 65. Hollandfonds platzierte Wölbern Invest in rund vier Monaten, IVG brachte ihren Luxemburg-Fonds in sechs Monaten unter das Anlegervolk – immerhin knapp 250 Millionen Euro. Bei Redaktionsschluss eröffnete der im Dezember 2008 gestartete 230-Millionen-Euro-Lu-xemburg-Fonds der Hannover Leasing die Warteliste. Immobilienfonds sind das, was Anleger jetzt wollen. Ein weiterer Luxemburg-Fonds ist von HSBC Trinkaus Real Estate im Vertrieb, voraussichtlich auch nur noch dieses Frühjahr. Im Fonds steckt die Luxemburger Dependance des Bankhauses HSBC Trinkaus & Burkhardt. Norbert J. Böhm, Geschäftsführer des Emissionshauses, kann trotz Finanzkrise keine Zurückhaltung der Anleger angesichts seiner Bankimmobilie erkennen. Warum auch: Der Hannover-Leasing-Fonds bot noch nicht einmal Vollvermietung und ging gleichwohl weg wie warme Semmeln. Es gibt auch ein paar gute Gründe für den Luxemburg-Hype: Der Staat hat kaum Schulden, der Immobilienmarkt ist durch die EU-Institutionen konstant ausgelastet, Leerstand ist kaum messbar. „Es gibt weniger spekulative Projektentwicklung als andernorts. Ein Grund ist das eher formlose Genehmigungsprozedere, das fast nur die heimischen Projektentwickler beherrschen“, erläutert Matthias Voss. Der Geschäftsführer der HCI Immobilien Consult beschäftigt sich deshalb neben den klassischen Bürostandorten wie Kirchberg oder Cloche d’Or zurzeit auch mit dem neu entwi-ckelten Standort Esch-Belval. Er sieht momentan ebenfalls gute Chancen in London: „Die Kaufpreise sind dort um 30 Prozent gefallen, so stark wie nirgend-wo sonst in Europa.“ Alternative Eigenkapitalfonds? Am schnellsten in London war die KGAL  mit ihrem ersten England-Fonds. Die Überraschung: Der Fonds verzichtet auf einen Kredit. „Wer in den vergangenen Monaten Geld etwa an den Aktienmärkten verloren hat, sucht jetzt eine sichere Alternative zu den Kapitalmärkten. Das kann ein Fonds sein, der keine Anschlussfinanzierungen braucht und dessen Verkaufserlös nicht erst den Kredit ablösen muss“, sagt Robert Massing, verantwortlich für Public and Private Placements bei KGAL. Klar ist aber auch, dass die Anleger mit der Fremdfinanzierung auf den Renditehebel verzichten und die anfallenden Kosten prozentual stärker zu Buche schlagen. In der sicherheitsorientierten Argumentation eine Lappalie, die angesichts des hohen Steuerfreibetrags in England erst recht nicht ins Gewicht fallen wird. Schließlich sind die Fondserträge bis zu einer Beteiligungsgrenze von rund 96.000 Britischen Pfund steuerfrei. Lloyd Fonds bietet zurzeit zum ersten Mal einen Holland-Fonds an – zumindest erstmals in Deutschland. Der Holland II ist die restliche Tranche eines eigentlich für Österreich entwickelten Produkts. Da das Gesamtvolumen nicht im vorgeschriebenen Zeitraum von sechs Monaten losgeschlagen werden konnte, werden jetzt noch 8,8 Millionen Euro hierzulande vertrieben. „Die Immobilienfonds sind die Lloyd-Produkte, die die Anleger am meisten ansprechen“, konstatiert Hanno Weiß, Leiter des Immobilienbereichs bei Lloyd Fonds. Neue Fonds in Planung Viele Emissionshäuser haben neue Europa-Fonds in Planung. Erich Seeger, Vorstand von Commerz Real, ist nach der Schließung des Paris-Fonds wieder in der französischen Hauptstadt unterwegs: „Paris hat die Preiskorrektur weitgehend hinter sich.“ Wölbern Invest und Lloyd Fonds gucken sich nach neuen Fondsimmobilien in Holland um, das als wenig volatiler und bezahlbarer Markt gilt. Das wird den meisten Anlegern reichen, wirklich antizyklisch denken die wenigsten. Robert Massing: „Dem Wunsch der Anleger nach Sicherheit entspricht jetzt eine einfache, schlanke und transparente Fondsstruktur.“ Das sollte sich doch machen lassen. Dieser Artikel stammt aus dem Magazin:
DAS INVESTMENT Ausgabe Mai 2009
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