Thomas Buckard (Gastautor)Lesedauer: 3 Minuten

Analyse vom Vermögensverwalter Zwischen Erntedank und Herbstschnitt

Herbstlicher Wald
Herbstlicher Wald: Auf Sonnenschein könnten bald Stürme folgen – auch an den Kapitalmärkten. | Foto: imago images / Shotshop

Auch wenn der September als traditionell schlechter Börsenmonat wieder seinem Ruf gerecht wurde und leichte Korrekturen an den Finanzmärkten zu verzeichnen waren, verbleiben zum Erntedankfest eine eindrucksvolle Bilanz und Anlass zur Zufriedenheit. Doch nach dem Motto „Selbstzufriedenheit ist ein anderes Wort für Resignation“ gilt es, die aktuelle Situation mit kühlem Kopf zu analysieren und sich auf den einen oder anderen Herbststurm vorzubereiten. Denn unzweifelhaft wird das Wetter rauer, kühler und stürmischer. Und an dunklen Wolken mangelt es nicht.

Inflation: Wachstumstitel in Gefahr

Man traut sich kaum, noch etwas dazu zu sagen, weil das Thema Inflation in den Medien allgegenwärtig ist. Doch die jüngsten Nachrichten aus zum Beispiel England oder China, wo die Energiepreise in die Höhe geschnellt sind und Rohstoffe knapp werden, stimmen selbst die Stoiker unter den Finanzanalysten bedenklich.

Noch sind die Zinsen niedrig, und die EZB hat gerade einmal die Drosselung ihres Wertpapierankaufprogramms beschlossen. Doch gerade in Europa haben die langfristigen Zinsen bereits reagiert und zehnjährige Bundesanleihen zum Beispiel seit August über 4  Prozent im Kurs eingebüßt. Dazu passt, dass in der letzten Woche für Deutschland mit über 4  Prozent die höchste Inflation seit 28 Jahren bekanntgegeben wurde.

Der Hang zur Relokalisierung von Produktion, steigende Löhne (Stichwort Mindestlohn), haussierende Rohstoffpreise, drohende Steuererhöhungen in wichtigen Industrieländern wie den USA und massiv steigende Kosten im Hinblick auf Infrastruktur- und Energieeffizienzausgaben dürften das Inflationsgespenst nicht so schnell verschwinden lassen. Das ist gefährlich vor allem für Wachstumstitel, die mit einer hohen Wachstumsprämie gehandelt werden. Diese Prämie verringert sich erfahrungsgemäß bei steigenden Zinsen.

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