Zwischen zwei Krisen: Asien-Chef von Morgan Stanley über China
So einfach war es bei der Finanzkrise 2008 nicht. „Die globale Krise hat das Land an seiner Achilles-Ferse – der Exportabhängigkeit – getroffen“, sagt Roach. Denn während Exporte 1997 nur 17,5 Prozent am gesamten Bruttoinlandsprodukt (BIP) ausmachte, waren es 2007 bereits 37 Prozent. Als Gegenmaßnahme hat die chinesische Regierung zwar wieder viel Geld in die Wirtschaft – und hier wieder hauptsächlich in die Infrastruktur – gepumpt. „Diesmal haben diese Maßnahmen jedoch zu ernsthaften Problemen – wie zum Beispiel einer Blase auf dem Immobilienmarkt, in den der Großteil der staatlichen Subventionen geflossen ist – geführt“, erklärt der Morgan-Stanley-Experte. Damit werde China noch eine Weile zu kämpfen haben. Ein weiteres Problem: Der Investment-Anteil am BIP ist zwischen 1997 und 2007 um 15 Prozentpunkte von 32 auf 47 Prozent gestiegen. Gleichzeitig erreichte der Konsum-Anteil, der 1997 noch bei 50 Prozent lag, 2007 ein Allzeittief von 35 Prozent.
„Ein starker und ausbalancierter Aufschwung muss jedoch konsumgetrieben sein“, ist Roach überzeugt. Peking scheine dies zwar begriffen zu haben: Im Fünf-Jahres-Plan für 2011 bis 2016 stehe die Förderung privaten Konsums ganz oben auf der politischen Agenda. Es bestehe jedoch das Risiko, dass die Regierung von diesen Plänen abrücken und seine Strategie des nicht ausbalancierten Wachstums, das auf Investitionen und Exporten beruht, fortsetzen wird. Den Gesamtbericht in englischer Sprache finden Sie hier.
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