Zypern untersucht Commerzbank-Transaktionen mit Laiki Bank

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Der Commerzbank steht offenbar eine Untersuchung von Aufsichtsbehörden im Zusammenhang mit ihrer Rolle beim Zusammenbruch der Laiki Bank ins Haus.

Die zypriotische Parlamentsabgeordnete Irene Charalambides hat nach eigenen Angaben im Dezember in Briefen an die Börsenaufsicht ihres Landes und an die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) eine Untersuchung gefordert.

Sie wirft der Commerzbank vor, die Transaktionen hätten gegen Gesetze verstoßen, die den Ankauf unternehmenseigener Aktien regeln.

Commerzbank soll strukturierte Anleihen genutzt haben

Die inzwischen liquidierte Cyprus Popular Bank (Laiki Bank) soll demnach von der Commerzbank strukturierte Anleihen erworben haben, die die Bank unrechtmäßig dazu benutzte, ihren eigenen Aktienkurs zu stützen.

Charalambides ist an einer parlamentarischen Untersuchung der Umstände des Zusammenbruchs der Laiki Bank beteiligt. Zypern benötigte im März 2013 Rettungsgelder unter anderem aus der Eurozone. Unversicherte Bankkunden verloren dabei Einlagen, die 100.000 Euro überstiegen.

Wie Charalambides gegenüber Bloomberg News äußerte, sollte sich die Untersuchung über den Zeitraum zwischen 2008 und 2011 erstrecken. Die Bafin solle beurteilen, ob die Commerzbank über die Verwendung der strukturierten Produkte Bescheid wusste und womöglich die Augen davor verschlossen habe.

Börsenaufsicht untersucht den Fall

Die zypriotische Börsenaufsicht habe den Brief von Charalambides erhalten und untersuche die Angelegenheit mit der deutschen Aufsicht, sagte Demetra Kalogirou, die Leiterin der Behörde, am Mittwoch. Es handele sich um „einen unserer vielen Fälle“.

Commerzbank-Sprecherin Margarita Thiel teilte am Mittwoch per E-Mail mit, die Bank habe auf der Grundlage erster Untersuchungen keinen Hinweis auf Fehlverhalten der Commerzbank im Zusammenhang mit den Zertifikaten gefunden.

Von Bafin-Sprecher Ben Fischer erhielt Bloomberg News auf die Bitte nach einem Kommentar keinen sofortigen Rückruf.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits am Dienstag über den Vorgang berichtet.

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