17 Fonds im Crashtest Die besten Fonds für Agraraktien

Getreide-Ernte in Frankreich: Neben Agrarrohstoffen kaufen Anleger auch Aktien von Hersteller von Traktoren oder Düngemitteln. (Foto: JEAN-FRANCOIS MONIER/AFP/Getty Images)

Getreide-Ernte in Frankreich: Neben Agrarrohstoffen kaufen Anleger auch Aktien von Hersteller von Traktoren oder Düngemitteln. (Foto: JEAN-FRANCOIS MONIER/AFP/Getty Images)

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Rohstoff-Experte Jim Rogers empfahl jungen Leuten schon vor sieben Jahren, Bauer zu werden. Das langfristige Hauptargument für ein Investment in den Agrarbereich ist die sehr schnell wachsende Weltbevölkerung, die ernährt werden muss. Mit dem Wohlstand nimmt auch das Verlangen nach proteinreicherer Nahrung zu – nach Fleisch und Fisch. Die Feldfrüchte müssen also nicht nur für die Ernährung der Menschen reichen, sondern ebenfalls für den zunehmenden Bedarf an Tierfutter. Und dann stehen auch noch die Biotreibstoff-Produzenten in der Schlange.

Die besten Agraraktien-Fonds

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Robeco SAM Sustainable Agribusiness Equities 206 67 94 45 137
2 Pictet Timber 196 59 77 60 483
3 I-Shares Global Timber & Forestry ETF 193 71 68 54 64
4 Petercam Equities Agrivalue 178 61 92 25 88
5 Allianz Global Agricultural Trends 177 87 70 20 208
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Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 22. Mai 2015), Wertentwicklung auf Euro-Basis
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 22. Mai 2015), Wertentwicklung auf Euro-Basis


Die sehr volatilen und schwer einzuschätzenden Agrarrohstoffe haben sich in den vergangenen Jahren als schwieriges und für viele Anleger wenig lukratives Investment erwiesen. Eine Alternative bieten Aktien von Unternehmen, die im weitesten Sinne im Bereich Landwirtschaft tätig sind. Das sind nicht nur Produzenten von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, sondern auch Hersteller von Traktoren, Düngemitteln oder Schädlingsbekämpfungsmitteln, ebenso Entwickler von effizienten Anbaumethoden, Bewässerungssystemen, Transport- und Lagermethoden – die Wertschöpfungskette ist lang.



Der aktuelle Crashtest untersucht Aktienfonds, die sich auf das Thema Agrarwirtschaft konzentrieren. Die recht übersichtliche Gruppe ergänzen Fonds, die die Forstwirtschaft im Blick haben. Zwei solcher Timber-Fonds, der aktiv gemanagte Pictet-Timber und der I-Shares Global Timber & Forestry ETF, haben es sogar auf die Plätze 2 und 3 geschafft. Platz 1 hingegen geht an einen klassischen Agraraktien-Fonds, den Robeco SAM Sustainable Agribusiness Equities.

Die drei Siegerfonds im Kurz-Porträt


Platz 1: Robeco SAM Sustainable Agribusiness Equities

Der 2008 aufgelegte Siegerfonds setzt auf Unternehmen, die daran mitwirken, die weltweite Versorgung mit Nahrungsmitteln langfristig sicherzustellen. Martin Jochum, der den Fonds seit 2011 managt, investiert entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Agrarbereich. Dazu gehören neben der Nahrungsproduktion, Verarbeitung und Logistik auch Produktionsfaktoren wie Düngemittel, Maschinen oder Bewässerung und schließlich abgepackte Lebensmittel und Getränke.

Der Fokus liegt dabei im vorgelagerten Teil der Wertschöpfungskette, der die drei erstgenannten Bereiche umfasst. Hier sind in der Regel mindestens 70 Prozent des Fondsvermögens investiert. Im nachgelagerten Bereich setzt der Fonds  vor allem auf wachstumsstarke Segmente der Lebensmittel- und Getränkeindustrie – zum Beispiel portionierten Kaffee, Säuglingsnahrung oder Bio-Lebensmittel.

Jochum investiert global. Die Allokation ergibt sich aus der Bottom-up-Einzeltitelauswahl. Bei der fundamentalen Analyse, die Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt, kann der Fondsmanager zusätzlich auf das Research des globalen Agribusiness-Teams der Rabobank zugreifen. Rund 70 Prozent des Portfolios sind zurzeit in den USA und Kanada investiert. Die vier größten Einzelpositionen mit je einem Gewicht von 4,7 bis 3,7 Prozent sind nordamerikanische Düngemittel-Hersteller: Mosaic, Agrium, Potash Corporation of Saskatchewan und CF Industries.

Platz 2: Pictet-Timber

Gabriel Micheli (links) und Christoph Butz investieren in ihrem 2008 aufgelegten Fonds rund um das Thema Holz. Dazu zählen insbesondere Unternehmen, die über einen umfangreichen Waldbesitz verfügen und diesen bewirtschaften. Beispiele dafür sind die drei größten der Einzelpositionen im Fonds, die mit jeweils rund 5 Prozent gewichtet sind: Plum Creek Timber, Rayonier und Weyerhaeuser. Aber auch Holzverarbeiter, Zellstoffproduzenten oder amerikanische Hausbau-Unternehmen sind im Portfolio. Über 40 Prozent der Unternehmen im Fonds sind ausschließlich oder sehr stark im Holzbereich tätig.

Vor einem Investment ermitteln Micheli und Butz den Private-Equity-Wert der Waldbestände der einzelnen Unternehmen. Dieser bestimmt maßgeblich die Gewichtung im Portfolio, die auf der Grundlage einer fundamentalen Finanzanalyse erhöht oder reduziert wird. Laut Analyse der Fondsmanager liegt der in den Aktienkursen implizierte Waldlandwert zurzeit bei 20 bis 40 Prozent unter dem Vergleichswert am Private-Equity-Markt. Ein weiteres Argument für ein Holz-Investment sehen sie in der Wachstumsdynamik des US-Immobilienmarkts, wo die Zahl der Baubeginne noch immer weniger als zwei Drittel des normalen Niveaus betrage.

Insgesamt finden sich um die 50 Titel im Portfolio. Geografischer Schwerpunkt sind die USA mit rund 45 Prozent. Es folgen Brasilien (14 Prozent), Kanada (8 Prozent) und Finnland mit 7 Prozent.

Platz 3: I-Shares Global Timber & Forestry ETF

Wie der zweitplatzierte Pictet-Timber setzt auch dieser börsengehandelte Indexfonds der Blackrock-Tochter I-Shares auf die Wald- und Forstwirtschaft. Er bildet möglichst genau den S&P Global Timber & Forestry Index ab. Dieser enthält die 25 größten und liquidesten Unternehmen weltweit, die Wälder und Forstwirtschaft besitzen, verwalten oder in der Holzverarbeitung tätig sind.

Größte Position mit 9 Prozent ist der kanadische Holzproduzent West Fraser Timber. Mit jeweils rund 7,5 Prozent Gewichtung folgen Plum Creek Timber, Rayonier und Weyerhaeuser. Alle drei Firmen stammen aus den USA, besitzen große Waldflächen und sind als Real Estate Investment Trust (REIT) strukturiert. Die USA sind auch das Land mit der höchsten Gewichtung im Index (48 Prozent). Weitere prominent vertretene Staaten sind Kanada (13 Prozent), Japan (9 Prozent), Brasilien und Finnland (jeweils rund 8 Prozent).

Der ETF bildet den Index wie bei iShares üblich physisch ab, es wird also direkt in die einzelnen Aktien investiert. Ausgefallene Anlageideen kosten auch im ETF-Bereich etwas mehr, in diesem Fall 0,65 Prozent Managementgebühr pro Jahr. Der in Irland aufgelegte, ausschüttende ETF hat die Fondswährung US-Dollar.

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