20 Fonds im Crashtest Die besten Fonds für Infrastruktur-Aktien

Bauarbeiten zur höchsten Eisenbahnbrücke der Welt im indischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir: Wenn sie 2016 fertig ist, wird sie den Eiffelturm um 35 Meter überragen. (Foto: PRAKASH SINGH/AFP/Getty Images)

Bauarbeiten zur höchsten Eisenbahnbrücke der Welt im indischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir: Wenn sie 2016 fertig ist, wird sie den Eiffelturm um 35 Meter überragen. (Foto: PRAKASH SINGH/AFP/Getty Images)

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In den Unternehmen, mit denen sich die Manager von Infrastruktur-Aktienfonds befassen, wird oft in großen Dimensionen gedacht: Manche ihrer Projekte prägen ganze Landschaften. Gemeint sind Firmen aus den Bereichen Energie- und Wasserversorgung, Telekommunikation, Bauwesen, Transport und Verkehr. Der Bedarf für derartige Investments ist enorm: Einer aktuellen Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge haben derzeit weltweit 780 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Crashtest: Die besten Infrastruktur-Aktienfonds

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Easy-ETF NMX-30 Infrastructure Global 227 98 74 55 77
2 Morgan Stanley Global Infrastructure Fund 213 58 85 70 520
3 UBS Equity Fund Infrastructure 196 78 78 40 36
4 Edmond de Rothschild Infrasphere 192 65 93 34 65
5 Julius Baer Infrastructure Fund 191 85 82 24 35
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Hinzu kommt, dass die Versorgungsnetze in den Industrieländern teils veraltet sind und modernisiert werden müssen – etwa in Großbritannien, dessen marodes Eisenbahnnetz berüchtigt ist. Vor allem in China und Indien ist der Investitionsbedarf enorm. Der Subkontinent bot in den vergangenen zwölf Monaten attraktive Chancen, wovon der Amundi Funds Equity India Infrastructure mit einem Plus von rund 60 Prozent enorm profitierte. Schlechter lief es hingegen auf dem asiatischen Markt insgesamt, weshalb die beiden auf Asien fokussierten Fonds Espa Stock Asia Infrastructure und Invesco Asia Infrastructure mit einem Plus von lediglich 10 beziehungsweise 3 Prozent ihre Anleger enttäuschten.



Der aktuelle Crashtest umfasst zwei weitere Fonds mit regionalem Schwerpunkt: Der Aberdeen Global Emerging Markets Infrastructure Equity und der I-Shares Emerging Markets Infrastructure investieren in den Schwellenländern und erwirtschafteten in den vergangenen zwölf Monaten mit lediglich 1,4 beziehungsweise 2,8 Prozent die schwächsten Ergebnisse der 20 Fonds umfassenden Kategorie. Zum Vergleich: Die Performance der verbleibenden 15 weltweit anlegenden Fonds lag im Schnitt bei rund 18,5 Prozent.

Die drei Sieger-Fonds im Kurzporträt Platz 1: Easy-ETF NMX-30 Global Infrastructure Der aus dem Hause BNP Paribas kommende und von Ashok Outtandy gemanagte Indexfonds bildet den NMX-30 Infrastructure Global Total Return nach, der die 30 weltweit größten Unternehmen aus dem Bereich Infrastruktur enthält. Das Kürzel NMX steht für „Natural Monopoly Index“ und soll verdeutlichen, dass die enthaltenen Unternehmen auf ihren Märkten eine gesicherte Monopolstellung innehaben.

Größte Position im Fonds ist derzeit der US-Pipelinebetreiber Enterprise Product Partners mit einer Gewichtung von knapp 10 Prozent, gefolgt vom britischen Strom- und Gasversorger National Grid mit rund 8 Prozent. Der Bereich Öl und Gas stellt mit insgesamt 57 Prozent den größten Sektor, auf Rang 2 folgt der Bereich Kommunikation mit einer Gewichtung von 14 Prozent. Das in Deutschland heiß umstrittene Thema Mautsysteme ist im Fonds übrigens mit rund 10 Prozent Anteil im Portfolio vertreten. Auf regionaler Ebene liegt der Anlageschwerpunkt mit einem Anteil von 46 Prozent, es folgen Kanada und Großbritannien mit jeweils 11 Prozent.

Platz 2: Morgan Stanley Global Infrastructure Fund Ted Bigman (im Bild) und Matt King verfolgen mit ihrem Fonds einen aktiven Management-Ansatz. Punkte sammelten sie vor allem in den Bereichen Rating und Stresstest, wo der Morgan Stanley Global Infrastructure Fund den ersten beziehungsweise fünften Platz belegt.

Das Duo orientiert sich am Dow Jones Brookfield Global Infrastructure Index, der 136 Unternehmen umfasst. Mit 53 Aktien ist das Portfolio allerdings deutlich konzentrierter. Zu den Unternehmen, die Bigman und King derzeit gegenüber dem Index bevorzugen, gehört der kanadische Öl- und Gas-Pipeline-Betreiber Enbridge mit einer Gewichtung von derzeit 5,4 Prozent und der Konkurrent Transcanada Corporation mit 4,9 Prozent.

Auf Länderebene gewichten die Manager ihren Heimatmarkt USA mit 45 Prozent – gut fünf Prozentpunkte niedriger als im Index. Übergewichtet sind sie hingegen unter anderem in Australien, dessen Anteil am Portfolio bei 6,5 Prozent liegt.

Die Portfolioauswahl treffen Bigman und King anhand eines kombinierten Top-Down- und Bottom-up-Ansatzes: Sie prüfen zum einen, auf welchen regionalen Märkten sich die besten Chancen eröffnen und wie sich Angebot und Nachfrage in den jeweiligen Branchen entwickeln.

Zum anderen analysieren sie die einzelnen Unternehmen anhand von Kennzahlen wie dem Nettoinventarwert sowie anhand der Unternehmensstrategien und ihrer Erfolgsaussichten. Wert legen die Fondsmanager außerdem auf einen stabilen Cashflow der Unternehmen. Zu einer aktuellen Markteinschätzung sowie detaillierteren Angaben zur Strategie sah sich die Fondsgesellschaft trotz eines Vorlaufs von sieben Tagen leider nicht in der Lage.

Platz 3: UBS Equity Fund Infrastructure Die Portfoliostruktur dieses Fonds weicht deutlich von der Zusammensetzung der beiden Erstplatzierten ab. So hat Fondsmanager Jörg Philipsen US-Titel mit 26 Prozent deutlich niedriger gewichtet, französische Titel mit einem Anteil von knapp 12 Prozent hingegen deutlich höher. Dies liegt unter anderem an der hohen Gewichtung des französischen Energieversorgers GDF Suez, der mit einem Anteil von 4,6 Prozent derzeit die zweitgrößte Position im Fonds stellt und damit auch zur hohen Gewichtung von 31 Prozent in Versorgungsunternehmen beiträgt.

Philipsen wählt die Titel weitgehend unabhängig vom Vergleichsindex UBS Global Infrastructure & Utilities 50:50 aus und agiert nach dem Bottom-up-Ansatz. „Aus dem Anlageuniversum von insgesamt 300 bis 400 Unternehmen befinden sich im Schnitt 40 bis 60 Aktien im Fonds“, erläutert der in London arbeitende UBS-Manager, der über zwölf Monate ein Plus von 12,4 Prozent erwirtschaftete. Im längerfristigen Vergleich schneidet sein Fonds deutlich besser ab: Über drei Jahre erzielte er mit einem Plus von 58,5 Prozent das drittbeste Ergebnis aller Crashtest-Kandidaten, über fünf Jahre liegt er mit 102,5 Prozent auf Rang 2.