22 Fragen an Marie Karlsson „Zu meinen Vorbildern gehören Robert Shiller und Sheryl Sandberg“

Marie Karlsson, Managerin des Nordea Nordic Equity Fund

Marie Karlsson, Managerin des Nordea Nordic Equity Fund

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1. Ihre erste prägende Erfahrung zum Thema Geld?
Vielleicht nicht die allererste, aber die prägendste: Ich habe meinen ersten Bank-Job in jener Woche angetreten, in der Lehman Brothers pleiteging. Ich bin also seit meinem Einstieg in diese Branche mehr oder weniger im Krisen-Modus, was mich vielleicht stärker auf das Risiko einer Anlage fokussiert sein lässt als viele andere Fondsmanager

2. Wie haben Sie Ihr Studium finanziert?
Ich hatte das Glück, in Finnland geboren zu sein – dem Land mit dem besten Bildungssystem, das darüber hinaus keine Studiengebühren kennt

3. Haben Sie ein berufliches Vorbild?
Ja, viele. Value-Altmeister Benjamin Graham gehört ebenso dazu wie US-Professor Robert Shiller, den ich kürzlich kennenlernen durfte, und Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg, die viele Frauen inspiriert hat, sich um berufliche Spitzenpositionen zu bemühen

4. Die unsinnigste Börsen-Theorie, die Ihnen je untergekommen ist?
Die Theorie, dass Kaufen und Halten als Anlagestrategie überholt ist. Da widerspreche ich energisch!

5. Welches Buch sollte jeder Fondsmanager gelesen haben?
Capital Account by Marathon Asset Management

6. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Fonds einmal hinter der Konkurrenz zurückbleiben?
Ich bin immer motiviert. Außerdem schaue ich nicht so sehr auf das, was andere machen

7. Und die Belohnung, wenn Sie alle anderen abgehängt haben?
Einen direkten Vergleich halte ich für schwierig – jeder Fonds ist anders. Aber wenn ich den Markt schlage, freue ich mich natürlich, weil es zeigt, dass aktives Management Werte schafft

8. Ihr bislang schönstes Erlebnis als Fondsmanagerin?
Die Möglichkeit, die unterschiedlichsten Unternehmen aus allen Branchen zu analysieren und mit deren Managern zu sprechen – ich finde das immer wieder inspirierend

9. Worüber haben Sie sich in jüngster Zeit so richtig geärgert?
Ich habe die mit dem Kauf der Aktie einer Firma verbundenen Risiken unterschätzt und musste den Preis dafür zahlen

10. Und wem würden Sie gern einmal gehörig die Meinung sagen?
Stefan Ingves, dem Präsidenten der Schwedischen Reichsbank. Obwohl das Wirtschaftswachstum bei mehr als 3 Prozent liegt, verfolgt er eine aggressive Geldpolitik mit negativem Leitzins. Sein Ziel, damit so schnell wie möglich eine Inflation von 2 Prozent zu erreichen, dürfte er im aktuellen Umfeld verfehlen – aber er schafft systemische Risiken wie eine steigende Verschuldung

11. Was sammeln Sie?
Hübsch bedruckte Papiertüten