31 Fonds im Crashtest Die besten europäischen Long-Short-Aktienfonds

Blackrock-Chef Larry Fink beim 79th Annual Convention of Bankers am 11. März 2016 in Acapulco, Mexiko. Foto: Getty Images

Blackrock-Chef Larry Fink beim 79th Annual Convention of Bankers am 11. März 2016 in Acapulco, Mexiko. Foto: Getty Images

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Long-Only-Manager können Aktien, die sie nicht mögen, untergewichten oder einfach ignorieren. Long-Short-Manager haben den Vorteil, dass sie aus der negativen Einschätzung Profit schlagen können, indem sie Short-Positionen auf die entsprechenden Aktien aufbauen und an den dann hoffentlich fallenden Kursen verdienen. Da Short-Positionen erst einmal kein Vermögen binden, können Long-Short-Manager – soweit es ihre Anlagerichtlinien erlauben – so ihre Portfolios hebeln und die Chancen erhöhen.

Die besten europäischen Long-Short-Aktienfonds

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Blackrock European Opport. Extension Strategies 188 89 19 80 697
2 Henderson Horizon Pan European Alpha Fund 149 53 86 10 1806
3 RAM Long-Short European Equities 143 47 56 40 303
4 Blackrock European Absolute Return Fund 142 30 78 34 2274
5 LM Martin Currie European Absolute Alpha Fund 139 71 38 30 276
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Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices (Stichtag: 2. März 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices (Stichtag: 2. März 2016), Wertentwicklung auf Euro-Basis


Stehen gute Manager am Ruder, sollten Long-Short-Fonds daher gerade in turbulenten Zeiten einen klassischen Aktienindex schlagen. So wie der Siegerfonds im aktuellen Crashtest: Der Blackrock European Opportunities Extension Fund hat seine Benchmark, den europäischen Aktienindex S&P Europe BMI, seit seiner Auflegung im August 2007 gnadenlos abgehängt.



Tatsächlich verfolgen dieses Ziel der relativen Outperformance aber nur recht wenig Long-Short-Fonds. Der absolute Ertrag steht meist im Vordergrund. Verluste sollen begrenzt werden, aber auch hier gibt es sehr unterschiedliche Risikoausprägungen.

Im aktuellen Crashtest haben wir 31 Long-Short-Aktienfonds untersucht, die sich ganz oder weitgehend auf den europäischen Aktienmarkt konzentrieren. Die Fonds in dieser Gruppe verbindet vor allem, dass sie sowohl Long- als auch Short-Positionen im Portfolio haben. Ihre Strategien und Anlageziele unterscheiden sich jedoch zum Teil erheblich, so dass ein Vergleich mit Vorsicht zu genießen ist.

Das zeigen schon die drei porträtierten Spitzenprodukte. Der Gesamt- und Performance-Sieger von Blackrock strebt eine möglichst hohe Outperformance des Aktienmarkts an. Die Nummer 2 im Bereich Performance, der LM Martin Currie European Absolute Alpha Fund, verfolgt einen Absolute-Return-Ansatz. Der Stresstest-Sieger Absolute Insight Equity Market Neutral Fund will gar jedes Jahr einen positiven Ertrag erzielen – und zwar im Gegensatz zu den beiden anderen Fonds mit einem nahezu komplett marktneutralen Ansatz.

Zwei dieser drei Fonds hat – wie im Bereich der alternativen Strategien nicht unüblich – mittlerweile das Schicksal des zu großen Erfolgs ereilt: Sie wurden mit Geld überschüttet und mussten die Türen für Neu-Investoren vorerst schließen.

Die drei Siegerfonds im Kurzporträt

Der Gesamt- und Performance-Sieger: Blackrock European Opportunities Extension Fund


Foto: David Tovey (links), Simon Hunter

Basis des von David Tovey und Simon Hunter gemanagten Fonds ist ein voll investiertes Long-Portfolio auf europäische Aktien. Die „Extension“, also die Erweiterung der Strategie, erfolgt über synthetische Short-Positionen auf Einzelaktien. Die daraus erzielten Prämien können die beiden Blackrock-Manager wiederum in synthetische Long-Positionen investieren. Maximal dürfen sie den Fonds so auf 200 Prozent hebeln.

In den vergangenen drei Jahren schwankte die Brutto-Investitionsquote aber weitgehend nur zwischen 130 und 180 Prozent. Die erlaubte Quote für das Long-Portfolio liegt bei 115 bis 145 Prozent, die für das Short-Portfolio bei 5 bis 55 Prozent. Netto ist der Fonds zwischen 90 und 110 Prozent investiert.

Tovey und Hunter nutzen die Ideen des europäischen Aktienteams von Blackrock. Auf der Long-Seite stehen unterbewertete Qualitätsunternehmen mit guten Gewinnaussichten über die nächsten ein bis drei Jahre. Die größten Positionen sind die dänischen Unternehmen Novo Nordisk und Royal Unibrew. Auf der Short-Seite wird in Unternehmen mit gegenteiligen Merkmalen investiert. Insgesamt enthält der Fonds 100 bis 150 Werte. Über 40 Prozent  des Volumens stecken in kleineren Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von maximal 5 Milliarden Euro.

Damit die beeindruckende Performance – aufs Jahr umgerechnet 12,5 Prozent seit Auflegung vor knapp neun Jahren – fortgesetzt werden kann, hat Blackrock den Fonds bereits im Juli 2014 für neue Anlegergelder geschlossen.