Arbeitskraftsicherung Bezahlbare BU? „Der Zug ist abgefahren“

Von links: Christopher Hans (Elips Life), Dietmar Bläsing (Volkswohl Bund), Martin Gräfer (die Bayerische) und Philip Wenzel (Freche Versicherungsmakler) | © Svetlana Kerschner

Von links: Christopher Hans (Elips Life), Dietmar Bläsing (Volkswohl Bund), Martin Gräfer (die Bayerische) und Philip Wenzel (Freche Versicherungsmakler) Foto: Svetlana Kerschner

Früher habe es bei der BU-Versicherung deutlich weniger Differenzierungen gegeben, erklärte ein Zuschauer bei der Podiumsdiskussion zur Arbeitskraftsicherung im Rahmen der Branchenmesse DKM. Daher sei das Problem, um das sich die Diskussion drehte - nämlich unbezahlbare BU-Versicherungen für Dachdecker & Co. - hausgemacht.

Dass die zunehmende Differenzierung problematisch ist, sieht auch Dietmar Bläsing, Vorstandsmitglied von Volkswohl Bund ein. „Ich bedaure diese Entwicklung sehr“, sagt er. Doch um etwas zu ändern sei es bereits zu spät - „der Zug ist abgefahren“. Denn sobald der erste Versicherer angefangen habe, Kunden mit geringeren Risiken bessere Konditionen zu bieten, fand am Markt eine Kräfteverschiebung statt. Die profitabelsten Kunden mit geringen Risiken wechselten zum Versicherer mit den neuen, günstigeren Tarifen. Kunden hingegen, die Vorerkrankungen hatten oder die in riskanteren Berufen tätig waren, blieben bei den alten Anbietern, deren Risikostruktur sich änderte. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, mussten andere Anbieter also nachziehen und ebenfalls differenziertere Tarife anbieten.

Gesetzliche Regelung bringt nichts

Doch ist diese Entwicklung wirklich unumkehrbar? Könnten sich die Versicherer nicht darauf einigen, die in den vergangenen Jahren eingeführten Differenzierungen zeitgleich abzuschaffen? „Nein“, meint Versicherungsmakler Philip Wenzel. Denn dann hätten sie ein kartellrechtliches Problem. „Das müsste gesetzlich geregelt werden“, fordert Wenzel.

Doch auch eine gesetzliche Regelung könnte zu einer Verschiebung der Risikostruktur führen, warnt Bläsing. „Müssten Akademiker und Handwerker den gleichen Beitrag zahlen, würden Akademiker wohl auf eine - für sie teure - BU verzichten, während Handwerker verstärkt abschließen würden“. Damit ginge die Risiko-Kalkulation der Versicherer nicht auf.