Arne Sand: „Die normale Goldnachfrage geht kräftig zurück“

Arne Sand, Sand und Schott

Arne Sand, Sand und Schott

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DAS INVESTMENT.com: Machen Sie noch Urlaub in Griechenland?

Arne Sand: Nein, dieses Jahr nicht mehr. Sonst sind wir immer zu Pfingsten dort segeln gefahren.

DAS INVESTMENT.com: Angst vor Feindschaft?

Sand: Vor Unruhen. Sollte Griechenland aus dem Euro aussteigen, gäbe es sicher noch mehr Unruhen. Und das Streikrisiko ist sowieso schon hoch. Da kann man plötzlich festsitzen.

DAS INVESTMENT.com: Sie sprachen einmal von Verwerfungen durch Bankkredite der Europäischen Zentralbank. Jetzt ist der Tender da. Welche Verwerfungen kommen nun?

Sand: Die Banken brauchen die halbe Billion Euro, die sie sich geliehen haben, nicht mehr, um eigene Anleihen zu bedienen oder sich umzuschulden. Das war bei früheren Tendern der Fall. Jetzt halten die Banken das Geld größtenteils vor und stecken es dorthin, wo sie es für sicher halten. In Staatsanleihen aus Deutschland, Niederlande und vielleicht noch Frankreich.

DAS INVESTMENT.com: Wo ist das Problem?

Sand: Dort wird durch den Geldstrom die Gefahr von Inflation steigen. Aber eben nur in diesen Ländern. In anderen Staaten bleiben die Inflationsraten niedrig.

DAS INVESTMENT.com: Inflation, nur weil Staatsanleihen gekauft werden? Da fehlt aber noch ein Glied in der Kette.

Sand: Genau, die große Unbekannte. Wie viel Geld fließt davon tatsächlich in die Wirtschaft, in Betriebe und Arbeit? Dafür müssten Banken ihr Kreditgeschäft lockern, und Löhne müssten steigen.

DAS INVESTMENT.com: Haben Sie Angst vor Inflation?

Sand: Nicht vor Raten von 3 oder 4 Prozent. Damit kann man sich arrangieren. Vor einer galoppierenden Inflation mit 20 oder 30 Prozent hätte ich schon Angst. Aber das traue ich den Verantwortlichen nicht zu.

DAS INVESTMENT.com: Aber Deflation, also sinkende Preise mögen Sie auch nicht sonderlich.

Sand: Sie ist nicht gut für die Wirtschaft und die Menschen.