Bankenverbände wiegeln ab Finanzmarktwächter teilen gegen Finanzberater aus

Ergebnis der Verbraucherzentrale-Studie: 95 Prozent der Angebote waren nicht bedarfsgerecht. Grafik: Marktwächter Finanzen/vzbv

Ergebnis der Verbraucherzentrale-Studie: 95 Prozent der Angebote waren nicht bedarfsgerecht. Grafik: Marktwächter Finanzen/vzbv

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Der Vorwurf der Verbraucherschützer

Zu teuer, zu unflexibel, zu unrentabel oder zu riskant: 95 Prozent der aktuell unterbreiteten Anlagevorschläge von Banken und Finanzvertrieben passen nicht zum Bedarf der Verbraucher. Das ergab eine Studie der Marktwächter Finanzen von der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Dabei wurden 835 Beratungen der Verbraucherzentralen im Zeitraum von November 2014 bis Oktober 2015 analysiert und 3.502 abgeschlossene Verträge über Anlageprodukte sowie 362 Vertragsangebote bewertet, mit denen Verbraucher die Beratung der Verbraucherzentralen aufgesucht hatten.

Nur 5 Prozent der Angebote, zu denen Anleger sie um Rat fragten, winkten die Verbraucherschützer ohne weiteres durch. Der Rest war zu teuer (87 Prozent), zu unflexibel  (55 Prozent), zu unrentabel (35 Prozent) und zu riskant (21 Prozent). Auf viele Angebote trafen mehrere dieser Mängel zu.

Etwas besser verhält es sich mit Produkten, die die ratsuchenden Anleger bereits gezeichnet hatten. Immerhin 55 Prozent davon waren bedarfsgerecht. Von den restlichen 45 Prozent war jeweils rund die Hälfte zu teuer oder brachten zu wenig Rendite. 34 Prozent waren zu unflexibel, 26 Prozent zu riskant. 

Die Rechtfertigung der Bankenverbände

Können sich Anleger eine Finanzberatung also getrost schenken? Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK), der Zusammenschluss der Spitzenverbände deutscher Finanzinstitute, hat Zweifel an den Aussagen der Verbraucherschützer. Die Untersuchung sei irreführend und greife in zahlreichen Punkten zu kurz, so DK.