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10.12.2009 12:35
Rubrik: Berater

Finanzberaterin Constanze Hintze: „Herdprämie führt zu Altersarmut bei Frauen“

Constanze Hintze

Der Widerstand gegen das geplante Betreuungsgeld, auch „Herdprämie“ genannt, ist groß. Viele Politiker und Familienexperten bezeichnen das Vorhaben, 150 Euro monatlich an Mütter oder Väter zu zahlen, die ihre Kinder zu Hause betreuen, als rückständig und wirkungslos. Nun melden sich auch Finanzberaterinnen zu Wort.

„Heute 150 Euro Zubrot – und im Alter arm“, meint Constanze Hintze. Das geplante Betreuungsgeld führt nach Ansicht der Geschäftsführerin von Svea Kuschel + Kolleginnen – einer Beratungsfirma, die sich auf die Vorsorge- und Vermögensberatung von Frauen spezialisiert – zur Altersarmut bei Frauen.

Denn die Prämie schafft für den weniger verdienenden Elternteil – das sind in der Regel Mütter – einen Anreiz, zu Hause zu bleiben. Frauen, die ihren Job auch nur für wenige Jahre an den Nagel hängen, begeben sich laut Hintze jedoch in eine lebenslange Abhängigkeit.

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In ihrem Kommentar zu dem umstrittenen Gesetzesvorschlag malt die Vermögensberaterin ein düsteres Bild. Die 150 Euro gehen einfach im Familienbudget auf. Die Tatsache, dass es einen Ernährer gibt, schafft Konfliktpotenzial. Zudem verliert die Frau mit jedem Jahr Familienzeit an Qualifikation. Hat sie mehrere Kinder, wird der Zeitraum ohne berufliche Erfahrungen bedenklich lang und der Wiedereinstieg immer schwerer. Sehr wahrscheinlich geht es dann in einem Teilzeitjob weiter.

Kommt es zu einer Trennung, wird die Frau nach dem neuen Unterhaltsrecht ganz schnell wieder auf eigenen Füßen stehen und einen schlechteren Job mit weniger Bezahlung akzeptieren müssen. Zudem wirken sich die beruflichen Auszeiten auch negativ auf das Rentenniveau aus – trotz des Versorgungsausgleichs für Ex-Ehefrauen. Noch schlechter sieht es für Ex-Partnerinnen aus, die ohne Ehering die Rolle der Hausfrau übernommen hatten.

„Drei Jahre pro Kind sind später maximal 78 Euro Rente im Monat“

Selbst wenn das Paar zusammen bleibt, steht die Frau im Alter schlechter da. „Drei Jahre pro Kind sind später maximal 78 Euro Rente im Monat – das entspräche den Beiträgen bei einem Jahreseinkommen von 30.000 Euro“, rechnet Hintze vor. Ein gut qualifizierter Mann dürfte in diesem Zeitraum doppelt so hohe Rentenansprüche erwerben. Hinzu kämen noch Betriebsrente und eigene Versicherungen. Somit käme auch im Alter der größte Teil des gemeinsamen Einkommens von seiner Seite, was die Frau in eine lebenslange Abhängigkeit stürzen würde.

Daher rät Hintze Frauen zu einer eigenständigen Finanzplanung. „Jede Frau sollte sich um den eigenen Vermögensaufbau kümmern und dabei auf jeden Fall die staatlich geförderten Altersvorsorgemodelle nutzen“, sagt sie. Münchner Fachanwältin für Familien- und Erbrecht Barbara Schramm empfiehlt zudem, vor der Familiengründung einen Ehevertrag abzuschließen. Dort sollte sowohl der Unterhalt im Falle einer Trennung, als auch eine eigenständige Altersvorsorge für denjenigen Partner, der zugunsten der Familienarbeit zeitweise aus dem Beruf aussteigt, geregelt werden.

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