bAV und bKV Die wichtigsten Trends der betrieblichen Vorsorge

Jutta Rothmund, Senior Consultant bei YouGov

Jutta Rothmund, Senior Consultant bei YouGov

Ein gängiges Modell der betrieblichen Vorsorge ist die Entgeltumwandlung. Gern wird Weihnachts- oder Urlaubsgeld dazu verwendet, und der Chef zahlt noch etwas obendrauf. So kann Altersvorsorge funktionieren– und dazu dienen, die Mitarbeiterstärker ans Unternehmen zu binden. Beim Heidelberger Software-Anbieter Systematika beispielsweise übernimmt man einen Teil dieser Leistungen: 10 Prozent des Gehalts zahlt die Firma zusätzlich aufs Rentenkonto. Seither sank die Fluktuation im Betrieb quasi auf null.

Anderes Beispiel: Als innerhalb weniger Monate zwei Mitarbeiter so schwererkrankten, dass sie nicht mehr in den Arbeitsprozess integriert werden konnten, wusste Alexandra Schmidt, dass siereagieren musste. Das bestehende Entgeltumwandlungssystembot keinen Schutz, da hier der Schwerpunkt auf Versorgungsleistungen für das Alter liegt. Schon länger stand für die Chefin der Hessische Schraubenfabrik Welter das Thema „Modernisierung der betrieblichen Altersversorgung“ auf der Agenda: Mehr als 35 Prozent ihrer Belegschaft sind zwischen 50 und 64 Jahre alt. So fiel die Entscheidung, bisher unversorgten Mitarbeitern einen Zusatzschutzbei Berufsunfähigkeit anzubieten.

Zwei Fälle, die zeigen, wie wichtig es für Unternehmen wird, Angebote zu betrieblicher Altersvorsorge (bAV) und Krankenversicherung (bKV) zu machen. Der Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte, eine immer älter werdende Belegschaft sowie die Zunahme an Fehltagen zeigen den Bedarf der Arbeitgeber auf diesem Gebiet.

Und: „Betriebliche Altersvorsorge vermittelt ein stärkeres Sicherheitsgefühl als private Altersvorsorgeprodukte“, sagt Jutta Rothmund, Senior Consultant bei YouGov. Die Ergebnisse einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts zeigen, was besonders positiv wahrgenommen wird: Durch die Beteiligung des Arbeitgebers sehen die Mitarbeiter einerseits den finanziellen Nutzen, andererseits wird durch die regelmäßig erfolgenden Einzahlungen der psychologische Druck von ihnen genommen, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Seit 2001 sind Arbeitgeber in der Pflicht, ihren Mitarbeitern ein Vorsorgeangebot zu machen. Unabhängig davon, für welchen der Durchführungswege (siehe Grafik unten) sie sich auch entscheiden, können sie mit Angeboten zur Betriebsrente Steuern und Sozialabgaben sparen.

Gib mir fünf

So verteilen sich aktuell die Deckungsmittel in den fünf Durchführungswegen der bAV – also die Vermögenswerte, mit denen die Verpflichtungen bedient werden sollen