China im Kaufrausch: Themenzertifikat setzt auf Konsumausbruch

Quelle: istock

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China-Euphorie ist nichts Neues. Aber die Wirtschaftsmeldungen der vergangenen Tage zeigen eindrucksvoll, wie schnell und unaufhaltsam der Vormarsch ist. In den ersten drei Monaten ist die chinesische Wirtschaft um 12 Prozent gewachsen.

Auch die deutsche Wirtschaft profitiert vom Boom in Fernost. Nur in ein einziges Land stiegen die Exporte an: Nach China, um satte 7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt meldet.

Vom Exportweltmeister zum willigen Einkäufer

Erst kürzlich hat China den Titel Exportweltmeister errungen – und doch nimmt im Reich der Mitte die Bedeutung des Außenhandels ab, die des Binnenhandels zu. Diese Trendwende ist einer der Hauptgründe dafür, dass Ökonomen in China einen wesentlichen Wachstumstreiber für dieWeltwirtschaft sehen.

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Auch wenn in China nicht alles Gold ist, was glänzt: Während sich in anderen Volkswirtschaften die Zweifel mehren, wie es nach dem Auslaufen von Konjunkturprogrammen weiter geht, zeigt sich China überraschend robust.

Auto, Flatscreen, Hütte

„In den vergangenen Jahren sah der inländische Konsum eher schwach aus, doch das dreht sich gerade“, sagt der prominente chinesische Ökonom und Publizist Andy Xie. Die Einkommen steigen, die privaten Ausgaben auch. Der Übergang zu einem selbsttragenden Aufschwung ist geschafft.   

Chinesen mit durchschnittlichen Einkommen fragen inzwischen die gleichen Güter nach wie die Einwohner in traditionellen Industrienationen: Flachbildfernseher, geräumige Wohnungen, Mittelklassewagen.

Im ersten Quartal dieses Jahres fanden in China 3,5 Millionen Autos einen Abnehmer. Das Land ist der größte Fahrzeugmarkt der Welt. Schon erwartet die Regierung in Peking das erste Außenhandelsdefizit seit sechs Jahren – China führt also mehr ein, als es ausführt.

Schluss mit Werkbank

Die Binnennachfrage wird zum stärksten Wachstumstreiber Chinas - vor Exporten und Infrastrukturinvestitionen. Grund für die Stärke sind die enormen Veränderungen, die China seit Beginn der ersten Wirtschaftsreformen vor 30 Jahren vollzogen hat.

Während 1980 nur 50 Millionen Chinesen im Dienstleistungssektor arbeiteten, sind es nun 300 Millionen. Genauso viel wie in der Landwirtschaft, deren Beschäftigtenzahlen sich dagegen kaum verändert haben.

„Die Dominanz des Westens ist vorbei. China ist längst der Motor der Weltwirtschaft“, sagt Jim O’Neill, Chefvolkswirt von Goldman Sachs und Vater der Bric-Story.

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