Chinesische Aktien Wird das Jahr des Schafs die Bullen in die Märkte bringen?

In China steht das Jahr des Schafs für Frieden, Glück und eine gute Ernte. (Foto: Getty Images)

In China steht das Jahr des Schafs für Frieden, Glück und eine gute Ernte. (Foto: Getty Images)

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Chinesische Aktien, die im internen Markt für A-Aktien erfasst sind, konnten sich 2014 erholen. Grund war vor allem die bessere Stimmung im Land. Seit Mitte 2014 hat die Regierung – über die People’s Bank of China (PBOC) – Maßnahmen zur Verbesserung der kurzfristigen Interbank-Liquidität und zur Senkung der Kreditkosten für Unternehmen, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs), ergriffen.

Eine Zinssenkung Ende November 2014 war eine Bestätigung für uns, dass sich aller Wahrscheinlichkeit nach ein neuer Zyklus geldpolitischer Lockerungen abzeichnete. Die PBOC hatte zu diesem Zeitpunkt angekündigt, sie werde den Leitzins für Laufzeiten von einem Jahr um 40 Basispunkte auf 5,6 Prozent senken und den Einlagezins um 25 Basispunkte auf 2,75 Prozent.

Erwartungen an Marktperformance weniger hoch ansetzen


Obwohl es unserer Meinung nach weiterhin gute Gründe für eine gute Entwicklung chinesischer Aktien in diesem Jahr gibt, denken wir auch, dass es schwierig werden wird, die starke Performance des letzten Jahrs zu wiederholen. Bewertungen sind gestiegen und die Wachstumsaussichten für die Unternehmensumsätze haben sich nicht entsprechend verbessert.

Außerdem ist die Zahl der Margenfinanzierungen stark gewachsen. Sie erreicht inzwischen ein hohes Niveau, was die Regierung erst vor kurzem veranlasste Beschränkungen einzuführen. Wir glauben, die Regierung könnte noch weitere Maßnahmen ergreifen, die Kleinanlegern helfen sollen sich nicht zu sehr zu verschulden und den Markt vor Überhitzung zu schützen. Die starke Marktperformance des vergangenen Jahrs sollte daher nicht zu unrealistischen Erwartungen für dieses Jahr führen.

Ölpreis als Indikator für schwache Nachfrage

Oberflächlich betrachtet ist der niedrige Ölpreis für China, als ölimportierendes Land, positiv. Ein weiterhin niedriger Ölpreis würde bedeuten, dass China als Nettoverbraucher weniger für das bezahlen würde als was es benötigt. Die Regierung nutzte diese Situation und erhöhte gegen Ende letzten Jahres die Verbrauchssteuern auf Kraftstoffe, was den staatlichen Einnahmen in China zugutekommt. Selbst nach dieser Steuererhöhung ist es wahrscheinlich, dass Fahrzeughalter und Reisende immer noch weniger bezahlen, sollte der Ölpreis weiter fallen.

Wenn man aber den Ölpreis als Indikator für die Gesundheit der Weltwirtschaft heranzieht, deutet der Trend auf eine weiterhin schwache Nachfrage hin. Und das nicht nur nach Öl, sondern auch nach anderen Rohstoffen und Endprodukten. Das wiederum wäre für den chinesischen Export- und Fertigungssektor weniger gut. Aufgrund der zunehmenden Deflationserwartungen könnten die Binnennachfrage und die Industrieleistung unter Druck geraten. Wir denken, die PBOC wird wachsam und flexibel bleiben, um Lockerungsmaßnahmen ergreifen zu können, falls dies erforderlich werden sollte.

Auswirkungen von höheren Zinsen in den Schwellenmärkten


Angesichts der ungewissen Lage in diversen Industrieländern und Regionen wird eine voneinander abweichende Geldpolitik verfolgt. Während die Europäische Zentralbank gerade erst enorme neue quantitative Lockerungen angekündigt hat und Japan allem Anschein nach sein ehrgeiziges Anreizprogramm fortführen wird, wird in den USA und in Großbritannien darüber debattiert, ob Zinserhöhungen bevorstehen.

Wir glauben zwar, dass aus Europa und Japan weiterhin Liquidität fließen wird. Steigende Zinsen in den USA könnten sich jedoch generell negativ auf Schwellenmärkte auswirken, da höhere Zinsen in den USA aller Wahrscheinlichkeit nach dazu führen werden, dass Mittel dorthin zurückgeführt werden.