Das kann teuer werden Abgeltungssteuer, Einkommensteuer, Grunderwerbsteuer: Das planen die Parteien

Michael Bormann, Steuerexperte und Gründungspartner bei der Sozietät Bormann Demant & Partner (BDP). | © BDP

Michael Bormann, Steuerexperte und Gründungspartner bei der Sozietät Bormann Demant & Partner (BDP). Foto: BDP

Angesichts voller Staatskassen wollen fast alle Parteien die Steuerzahler entlasten. Und einfacher soll es werden. Bei der Betrachtung der konkreten Vorschläge der verschiedenen Parteien, wird jedoch klar: Das Gegenteil ist der Fall. Je nach Konstellation der künftigen Regierung könnten auf die Steuerzahler zusätzliche Belastungen zukommen. Dass gilt vor allem für Anleger – auch für solche, die für das Alter sparen. Und einfacher wird das Steuerrecht wohl auch kaum.

Abgeltungssteuer

Seit dem Jahr 2009 gehen in Deutschland 25 Prozent der Kapitalerträge, also Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne, an den Fiskus. Dazu kommen noch der Solidaritätszuschlag und etwaige Kirchensteuer. Die Abgeltungssteuer wurde vor acht Jahren eingeführt, um die Steuerflucht einzudämmen. Doch durch den internationalen Austausch von Steuerdaten, hat sich das Thema weitgehend erledigt.

Vor diesem Hintergrund fordern fast alle Parteien, die bislang geltende flat tax von 25 Prozent, durch den individuellen Einkommensteuersatz zu ersetzen. Für die Finanzämter würde dies eine enorme Zusatzbelastung bedeuten. Sie müssten dann wieder die Verrechnung von Dividenden mit Werbungskosten überprüfen oder mögliche Haltefristen kontrollieren. Mit der deutlich einfacheren Abgeltungssteuer nehmen die Banken dem Fiskus das aufwendige Eintreiben der Steuer auf Kapitalerträge ab.

Vor allem aber würde die Abschaffung der Abgeltungssteuer unter dem Strich dem Staat wohl kaum Zusatzeinnahmen verschaffen und die Anleger für das Sparen für das Alter bestrafen. Übrigens: Nur die FDP ist gegen eine Abschaffung der Abgeltungssteuer, die AfD äußert sich dazu nicht. Die anderen bekannten Parteien sind dafür. Aus Anlegersicht sieht das nicht gut aus.