Degussa Goldhandel Dann kann auch der Goldpreis wieder steigen

Degussa-Chefvolkswirt Thorsten Polleit

Degussa-Chefvolkswirt Thorsten Polleit

Das Ansteigen der US-Kurzfristzinsen, das im Frühjahr 2013 eingesetzt hat, war mit einem merklichen Rückgang des Goldpreises verbunden. Die Goldhaltung verteuerte sich, denn wenn die Zinsen steigen, entgehen dem Goldhalter Erträge, die er mit dem Halten von Schuldpapieren erzielen kann. Und folglich gingen Nachfrage und Preis des gelben Metalls zurück.

Mit den steigenden Zinsen fiel auch die Goldnachfrage der institutionellen Investoren. Das zeigte sich in den abnehmenden Beständen der Gold-Exchange- Traded-Funds (ETFs). Seit Anfang 2016 hat sich das Bild jedoch geändert: Trotz steigender Zinsen haben die Bestände der Gold-ETFs zugenommen – und das hat dazu beigetragen, den Goldpreis zu unterstützen. Es gibt weitere Anzeichen, die dafür sprechen, dass sich der Goldpreis weiter erholen könnte.

Gold ist mittlerweile eher billig

Ausgangspunkt der Überlegungen ist unsere (vorsichtige) Einschätzung, dass das Gold mittlerweile nicht mehr teuer, sondern eher billig ist. Dazu sei an dieser Stelle auf unser (bereits häufig gezeigtes) „Basismodell“ verwiesen, in dem die amerikanische Geldmengenausweitung der Goldpreisentwicklung gegenüber gestellt wird. Bei einer solchen Betrachtung zeigt sich mittlerweile ein deutliches „Aufholpotential“ des Goldpreises.

Die „Stimmungslage“ auf den Finanzmärkten ist in den letzten Monaten zusehends positiv(er) geworden – und entsprechend hat die Risikoscheu der Investoren und damit auch die Nachfrage nach Risikoabsicherung merklich abgenommen. Es ist daher zu vermuten, dass die „Versicherungsprämien“ für Inflations- und Zahlungsausfallrisiken, die Teil des Goldpreises sind, deutlich gefallen sind; das Gold ist folglich zu einer preisgünstigen Versicherung geworden.