Crashtest Die besten Aktienfonds für Schwellenländer

Die Börse in Karachi, Pakistan: Das Land ist im Mai 2017 vom MSCI Frontier Markets in den MSCI Emerging Markets aufgerückt. Zwei der drei im Crashtest vorgestellten Fonds sind dort derzeit investiert | © Getty Images

Die Börse in Karachi, Pakistan: Das Land ist im Mai 2017 vom MSCI Frontier Markets in den MSCI Emerging Markets aufgerückt. Zwei der drei im Crashtest vorgestellten Fonds sind dort derzeit investiert Foto: Getty Images

Wer sich einen Schwellenländer-Aktienfonds ins Depot holen will, hat die Qual der Wahl: So gibt es mittlerweile eine üppige Auswahl an klassischen weltweit anlegenden Fonds mit diesem Anlageschwerpunkt, hinzu kommen spezialisiertere Produkte mit Schwerpunkt auf einzelnen Ländern – teils sogar wahlweise mit Fokus auf Standard- oder Nebenwerten.

Auch nachhaltig investierende Fonds wie der Vontobel MTX Sustainable Emerging Markets Leaders werden angeboten. Und eine vergleichsweise junge Nische stellen  Fonds dar, die in den sogenannten Frontier  Markets investieren. So werden die Länder bezeichnet, die im MSCI-Frontier-Mar-kets-Index gelistet sind. Dieser umfasst 115 Titel aus 29 Ländern wie Rumänien, Pakistan und Marokko.

Zu dieser Kategorie zählen im aktuellen – 159 Fonds umfassenden – Crashtest 8 Fonds, von denen der Magna New Frontiers auch im Gesamtvergleich mit 210 Punkten mit Abstand am besten abschneidet. Der 2011 von der auf Schwellenländer spezialisierten Investmentboutique Charlemagne Capital aufgelegte Fonds wird vom Schwellenlän-der-Experten Stefan Böttcher gemanagt, der die Definition der Frontier Markets nicht strikt befolgt. So hält er auch Titel aus Ländern wie Pakistan, die aus dem gleichnamigen MSCI-Index in den MSCI Emerging Markets aufgestiegen sind.

1) Vereinigte Arabische Emirate

Die Idee dahinter: Wird ein Frontier Market in den Emerging-Markets-Index aufgenommen, steigen in der Regel auch die Aktienkurse – und davon will Böttcher mit seinem Fonds profitieren. Beispiele für diese Länder waren jüngst die VereinigtenArabischen Emirate (VAE) – aktuell mit Abstand größte Länderposition im Fonds – sowie Polen und Georgien. Zu den jüngsten Kandidaten zählte Argentinien, das entgegen der allgemeinen Erwartungen vorerst jedoch nicht von MSCI in den Emerging-Markets-Index aufgenommen wurde.

Bei der Titelauswahl agiert Böttcher nicht ausschließlich als Stockpicker, sondern berücksichtigt auch Top-down-Kriterien. Zeichnet sich nach seiner Einschätzung ein überzeugendes Bild für bestimmte Länder ab, gewichtet er sie durchaus hoch. Potenzial sieht er derzeit unter anderem in den VAE, Argentinien und Pakistan, weitere größere Engagements hält er in Titeln aus Rumänien, Vietnam, Georgien und Kuwait. Auf Sektorebene bevorzugt Böttcher aktuell Finanzwerte, in denen gut 28 Prozent des Portfolios stecken. Dazu trägt unter anderem das Engagement in der georgischen TBC Bank bei.

Auch Aktien aus den Bereichen Energie und Basiskonsumgüter spielen im Fonds mit einer Gewichtung von jeweils rund 11 Prozent eine wichtige Rolle, insgesamt verteilt sich das Portfolio derzeit auf 66 Titel. Damit ist der Fonds aktuell vergleichsweise breit aufgestellt, die Spanne bewegt sich üblicherweise zwischen 40 und 70 Einzelwerten. Wer auf Böttchers Können setzen will, steht allerdings möglicherweise bald vor verschlossenen Türen: Im Rahmen eines Soft Closings steht der Fonds bis auf Weiteres nur noch Anlegern offen, die bereits Anteile halten. Der Grund: Wegen hoher Zuflüsse war das Fondsvolumen zuletzt stark gestiegen.