Die gesetzliche Rente ist nicht sicher – Riester, Rürup, bAV & Co. sollen es richten

Quelle: istock

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An einer Litfass-Säule auf dem Bonner Marktplatz im Jahre 1986: Nicht ganz Politiker-like balanciert Bundesarbeitsminister Norbert Blüm auf einer halbhohen Leiter und strahlt in die Kameras der Presse-Fotografen. Seine Hände sind energisch um eine langstielige Bürste gewickelt, mit der der CDU-Mann über ein Plakat schrubbt. Darauf steht ein Satz, der ihm noch Jahrzehnte lang nachgetragen werden wird: „Denn eins ist sicher: Die Rente“. Die Spielverderber: Demografie und deutsches Rentensystem 22 Jahre, mehrere Beitragssatz- und Renteneintrittsalter-Erhöhungen sowie Rentenniveau-Kürzungen später, ist nur eines sicher: Wer sich ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlässt, wird es im Alter ziemlich schwer haben. Schuld daran sind die Demografie und das deutsche Rentensystem. Denn beim hier gültigen Umlageverfahren finanzieren die jüngeren Arbeitnehmer die Renten der Älteren (zum Text: DRV contra DIA: Gesetzliche Rente ist krisensicher). Das klappt gut - so lange auf einen Rentner genügend junge Beitragszahler kommen. Allerdings entwickelt sich die deutsche Bevölkerungsstruktur in die verkehrte Richtung: die Lebenserwartung steigt. Das heißt, es gibt immer mehr Rentner, die auch länger Zahlungen beziehen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Neugeborenen, zusätzlich noch einen Schuss Arbeitslosigkeit und damit fehlende Beitragszahler hinzu, und fertig ist das Renten-Fiasko (zum Interview: „Wir hatten die gesetzliche Rentenversicherung eigentlich schon saniert“). Die Folge: Nach Modellrechnungen der Deutschen Rentenversicherung Bund wird das Niveau der gesetzlichen Rente 2020 im Schnitt nur noch bei gut 46 Prozent des Jahresnettogehalts liegen (siehe Chart, vergrößern hier). Tendenz: weiter sinkend. Rentenlüge eingestanden Inzwischen hat auch die Politik eingesehen, dass es wenig bringt, die Bevölkerung in falscher Sicherheit zu wiegen. „Es ist klar, dass von der gesetzlichen Rente alleine der Lebensstandard im Alter künftig nicht mehr gehalten werden kann“, betonte etwa Ex-Arbeits- und -Sozialminister Franz Müntefering vor vier Jahren, als er die damals aktuellen Zahlen der Rentenversicherung vorstellte. Und weiter: „Die private Vorsorge wird zukünftig eine größere Rolle spielen müssen.“