Energetisches Sanieren: Wer dieses Jahr auf eigene Kosten dämmen muss

Hochbetrieb auf Deutschlands Dächern: Bis Ende des Jahres <br> müssen viele Häuser energetisch saniert werden, Foto: Fotolia

Hochbetrieb auf Deutschlands Dächern: Bis Ende des Jahres
müssen viele Häuser energetisch saniert werden, Foto: Fotolia

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Wer schon länger eine Immobilie besitzt, konnte sie mithilfe des Bauherrenparagrafen 7b Einkommensteuergesetz (später 10e) zum Steuersparen nutzen. Mit Einführung der Eigenheimzulage 1996 war es damit vorbei. Seit diese 2006 ebenfalls abgeschafft wurde, gibt es für Häuslebauer fast nichts mehr vom Staat zu holen.

Dann kamen die Atomkatastrophe von Fukushima und die Energiewende. Und bis Anfang Juli sah es so aus, als würde die Regierung zumindest für eine energetische Vollsanierung wieder die Spendierhosen anziehen und eine Abschreibung der Kosten über zehn Jahre möglich machen.

Doch der Bundesrat stellte sich quer, weil die Länder Steuerausfälle in Höhe von um die 900 Millionen Euro jährlich befürchten. Stattdessen sind laut Zeitungsberichten Zuschüsse oder verbilligte Kredite über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie den Energieund Klimafonds im Gespräch.

Dämmen ist oftmals Pflicht

Wie auch immer die Koalition das zum Programm der Energiewende gehörende Konzept letztlich durchsetzt: Viele Hausbesitzer müssen bis zum Jahresende in die Tasche greifen und sanieren. Das liegt an der Energieeinsparverordnung (EnEV), die Anfang 2009 in Kraft trat. Sie sieht unter bestimmten Voraussetzungen Energiesparmaßnahmen vor, die bis Silvester 2011 umgesetzt werden müssen.

Bislang investieren Deutschlands Immobilienbesitzer aber nur äußerst zögerlich: Pro Jahr wurden seit 2005 gerade einmal 0,8 Prozent der 18 Millionen Wohngebäude an der Gebäudehülle saniert, so das Ergebnis einer Studie des Instituts für Wohnen und Umwelt (IWU).