Erneuerbare Energien Solarkraft: Raus aus dem Schatten

Photovoltaik-Anlagen haben in China, Deutschland und Japan den größten Leistungsumfang | © Pixabay

Photovoltaik-Anlagen haben in China, Deutschland und Japan den größten Leistungsumfang Foto: Pixabay

Der Markt für Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) führte in den vergangenen Jahren ein Schattendasein, doch nun steht die Wende offenbar bevor. Davon geht zum Beispiel das Wirtschaftsforschungsunternehmen EuPD Research aus. Nach einem erneuten Rückgang der Zubauzahlen im deutschen Photovoltaik-Markt im Jahr 2016 auf 1,1 GW prognostiziert EuPD Research für 2017 einen Anstieg der Installationszahlen auf 1,4 GW.

Preise für Solarmodule sinken

Als größten Markttreiber betrachtet EuPD die deutlich gesunkenen Modulpreise. „Der Einfluss sinkender Preise wirkt sich am stärksten im Bereich der preissensitiven Freiflächenanlagen aus“, sagt Martin Ammon, Leiter Energiewirtschaft bei EuPD Research. Im Segment der kleinen privaten Aufdachanlagen beeinflussen außerdem steigende Strompreise für private Haushalte den Zubau.

Seit 2011 analysiert EuPD Research die Gruppe der Photovoltaikanlagenbesitzer und -planer auf dem deutschen Markt. Aus der Gesamtauswertung geht hervor, dass im Laufe der Zeit immer weniger Besitzer aus finanziellen Gründen in ein PV-System investieren. Während 2012 noch die Hälfte der Befragten eine sichere Geldanlage als Motiv nannte, gaben dies 2016 nur noch 3,6 Prozent der Umfrageteilnehmer an. Rendite als Kaufmotiv sank ebenfalls von etwa 50 Prozent im Jahr 2013 auf nur noch knapp 16 Prozent im vergangenen Jahr. Im Gegensatz dazu sind ökologische Aspekte noch immer ein Hauptbeweggrund für die Anschaffung einer PV-Anlage.

Hohe Renditen auch für private Anleger möglich

Dabei können auch private Anleger mit Solaranlagen gutes Geld verdienen. Rund 17 Prozent der Zeichner eines Publikumsfonds von Nordcapital verkaufte ihre Anteile nach sechseinhalb Jahren an eine Hamburger Beteiligungsgesellschaft und verdoppelte somit ihren Einsatz. Der Käufer erwartet sich aus dem Deal einen finanziellen Erfolg, denn für institutionelle Investoren ist ein ruhiges, grünes Gewissen nur eine nette Nebenerscheinung. Den Versicherern und Pensionskassen geht es in erster Linie um rentable Investments auf Grund staatlich regulierter Vergütungen.

Für zwei deutsche Versorgungswerke hat die Chorus Clean Energy AG einen Solarpark im brandenburgischen Rüdersdorf erworben. Die Anlagen des „Solarparks Rüdersdorf II" sind bereits seit Ende August 2011 am Netz angeschlossen und erhalten bis Ende 2031 eine staatlich garantierte Einspeisevergütung in Höhe von 22,07 Cent pro Kilowattstunde.

Bei ihren Investments beschränken sich die professionellen Großanleger nicht auf Deutschland. So hat der Allianz Renewable Energy Fund II („AREF2") kürzlich drei Solarparks in Großbritannien gekauft. Die Gesamtleistung der Anlagen in den Grafschaften Cambridgeshire, Worcestershire und Norfolk liegt bei rund 100 MWp. Der „AREF2“ investiert sein Fondsvolumen von rund 350 Millionen Euro in europäische Wind- und Solaranlagen.

Wachsender weltweiter Markt

Rund um den Globus ist der Photovoltaikmarkt ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Laut einer aktuellen Studie von Frost & Sullivan mit dem Titel „Global Solar Power Market 2016 erwirtschaftete der weltweite Markt für Solarenergie im vergangenen Jahr einen Umsatz von 114 Milliarden US-Dollar und wird bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 9,5 Prozent auf 179 Millarden US-Dollar im Jahr 2020 steigen.

Asien wird dann 64 Prozent des Marktes für sich beanspruchen. Dabei werden China, Indien und Japan zusammengenommen über 80 Prozent aller Solaranlagen auf sich vereinen, die über die nächsten fünf Jahre geplant sind. China und Japan werden zudem mit attraktiven Einspeisetarifen und kapazitätsbasierten Bonusprogrammen eine führende Rolle in der Region einnehmen.

Aquila Capital hat Fernost bereits für sich entdeckt. In Tomakomai, in der japanischen Präfektur Tomakomai, hat Aquila einen Photovoltaik-Park zum Preis in dreistelliger Millionen-Euro-Höhe für institutionelle Investoren erworben. Die zweite Investition des Unternehmens in Japan umfasst eine der größten Photovoltaik-Anlagen des Landes mit einer integrierten Energiespeicherlösung, die zur Stabilisierung des Stromnetzes beiträgt. „Photovoltaik hat in den vergangenen Jahren in Japan stark an Bedeutung gewonnen“, sagt Boris Beltermann, bei Aquila Capital für das Solargeschäft in Japan verantwortlich.

Photovoltaik: Länderranking nach installierter Leistung im Jahr 2015 weltweit (in Gigawatt)

Quelle: REN21, Renewables - Global status report 2016, Erhebungszeitraum 2015

In Nordamerika wird es laut Frost und Sullivan zu robustem Wachstum durch die Verlängerung der Berechtigung auf einen Investitionsfreibetrag für Solargeneratoren bis 2019 kommen – fall Präsident Trump keinen Strich durch die Rechnung macht. Bis 2020 soll es in den USA 20 Millionen private „Prosumenten“ geben, also Produzenten, die ihren eigenen Strom konsumieren. Als Antreiber nennt die Studie steuerliche Anreize, technologische Fortschritte und neue Solar-Leasingmodelle.

Europa werde jedoch durch die Zurücknahme von Subventionen und Anreizen einen Rückschlag erleben. Eine enorme Überkapazität in Verbindung mit einem Preisverfall für Solarmodule werde es Anbietern erschweren, Profite zu machen.

Dagegen dürften Investitionen in die Netzinfrastruktur, insbesondere in entlegenen Gebieten, die Nachfrage in den aufstrebenden Märkten in Lateinamerika und Afrika ankurbeln.

MPC Capital zum Beispiel plant den Aufbau einer Investmentplattform für Investitionen in Projekte für Erneuerbare Energien in der Karibik. Als eines der ersten Projekte beteiligt sich MPC am Solarkraftwerkprojekt „Paradise Park" auf Jamaika, das eine Spitzenleistung von 50 Megawatt (MWp) haben wird. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt rund 50 Millionen Dollar. Die Anlage wird über ein Power Purchase Agreement 20 Jahre lang mit der Jamaican Public Service Company (JPS) betrieben. Projektentwickler ist der französische Ernegieproduzent Neoen in Kooperation mit dem lokalen Entwickler Rekamniar Frontier Ventures.

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