Eurozone: Beschlüsse mit böser Nebenwirkung

Hauptdarsteller im Euro-Zirkus: Frankreich-Präsident Nicolas<br>Sarkozy, Bundeskanzlerin Angela Merkel (Foto:Getty Images)

Hauptdarsteller im Euro-Zirkus: Frankreich-Präsident Nicolas
Sarkozy, Bundeskanzlerin Angela Merkel (Foto:Getty Images)

// //

Große Neuigkeiten bieten die Beschlüsse von Sonntagnacht nicht. Positiv ist sicher: Von allen bisherigen Maßnahmen der Euroland-Politiker zur Bekämpfung der Krise ist dieses Bündel das Umfassendste und weist in die richtige Richtung. Das so genannte Tail-Risiko und die damit maximal drohenden Kursverluste dürften insgesamt geringer geworden sein. Dazu trägt auch bei, dass die EZB ihre unkonventionellen Maßnahmen fortsetzen wird.

Die Beschlüsse dürften aber nach der vorangegangenen kräftigen Kurserholung nicht ausreichen, um die Märkte weiter zu treiben.

  • Viele Details fehlen noch wie etwa: Wie genau wird der Hebel ausgestaltet? Welche Ausfallrate wird garantiert? Reicht dies aus, um Private zum Kauf von italienischen Anleihen anzuregen? Wie hoch ist die Beteiligung des IWF bzw. der Schwellenländer?
  • Die angedachten Maßnahmen zeigen auch eine Reihe von Nebenwirkungen, die in den nächsten Monaten stärker in den Fokus rücken dürften (wie etwa ein steigendes Länderrisiko von Frankreich).
  • Auch von der EZB geht (noch) kein deutliches Signal zugunsten Risiko-Assets aus.
  • Die Rekapitalisierung der Banken ist weniger umfassend und zögerlicher als in den USA nach der Lehman-Pleite

Aktienmarkt ist zu weit gelaufen


>>>Grafik vergrößern

Gemessen an der Entwicklung der italienischen und spanischen Länderrisiken ist der Aktienmarkt vorausgelaufen. Damit steigen die kurzfristigen Risiken für Aktien.