Fondsboutiquen und Stiftungen: Rocket Science und Franklin Delano Roosevelt

Markus Hill

Markus Hill

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Markus Hill ist unabhängiger Asset Management Consultant in Frankfurt. Seine Fachgebiete liegen in Marketing / Vertrieb / PR und in der Managerselektion. Hill beschäftigt sich intensiv mit Private Label Fonds, Fondsboutiquen und dem Einsatz von Publikumsfonds (Fondsselektion) bei Institutionellen: www.markus-hill.com „Das Einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Furcht selbst“ - Franklin Delano Roosevelt. Viele Stiftungsentscheider, aber auch andere Fachleute für den Bereich Fondsselektion, könnten diesen bewusst aus dem Zusammenhang gerissenen Satz des damaligen US-Präsidenten möglicherweise auf eine andere Weise verstehen:
Die Auswahl von Stiftungsfonds kann mit einem vertretbaren Forschungs- bzw. Rechercheaufwand betrieben werden, ohne dass man unbedingt externen Support für diesen Prozess benötigt.

Das „Do-it-yourself“-Verfahren steht nicht im Widerspruch dazu, dass die Einschaltung von externen Vermögensberatern in vielen Fällen durchaus sinnvoll wäre – vielen kleinen bis mittelgroßen Stiftungen fehlt hierzu aber häufig das Budget für diese Steigerung des Professionalisierungsgrades bei der Vermögensverwalter-Selektion.

Bestimmte Fragen, wie im Nachgang angeführt, könnten sich zum Beispiel Entscheider für die Fondsauswahl bei Stiftungen stellen. Die folgenden Fragen haben sich aus Projekterfahrung sowie dem intensiven fachlichen Gedankenaustausch mit Anbietern, Investoren und engagierten Fachjournalisten („Interviewanfragen“) ergeben.

Die praktische Erfahrung bei der Selektion von Vermögensverwaltern zeigt häufig, dass die Nutzung bestimmter Informationsquellen beziehungsweise die Nutzung professioneller Netzwerke Näherungslösungen für eine gute, zufriedenstellende Problemlösung darstellen.

Was ist ein Stiftungsfonds?

Abweichend von der offiziellen, engen Definition im Stiftungsbereich wird im normalen Sprachgebrauch eher ein Publikumsfonds gemeint, der es beispielsweise ermöglicht, durch Ausschüttungen die Stiftung finanziell bei der Ausübung ihres Stiftungszwecks zu unterstützen.

In den Anlagerichtlinien findet man stiftungsspezifische Ausführungen. Oft wird der Begriff auch in Zusammenhang mit ausschüttenden Mischfonds beziehungsweise mit dem Begriff „Vermögensverwaltende Ansätze“ in Verbindung gebracht.
Was unterscheidet nun einen Stiftungsfonds von anderen Fondskategorien?

Bei den Anlagerichtlinien und in den Fondsinformationen wird explizit auf den Bereich Stiftungen Bezug genommen. Sicherheit, Risikostreuung, Ausschüttungen werden besonders betont, die Zielgruppe Stiftungen also fokussiert angesprochen.

Natürlich gibt es andere Publikumsfonds, die ähnliche Zwecke erfüllen. Diese sind aber für einen Stiftungsentscheider zunächst schwieriger zu identifizieren.

In welche Kategorie passen Stiftungsfonds am ehesten?

Offiziell wird sehr stark auf die Bereiche Vermögensverwaltend, sowieso Defensiv abgezielt. Manchmal kann das insofern etwas täuschen, weil auch ein Aktienfonds für Nebenwerte mit intelligentem Risikomanagement und durchdachter Streuung einen vermögensverwaltenden bzw. defensiven Charakter haben und für Stiftungen Ausschüttungen generieren kann.

Die Auswahl ist aber keine einfache Aufgabe. Ein Entscheider, der sich jedoch stark auf Renten oder sehr defensive Konzepte bei der Auswahl konzentriert, lässt sich damit vielleicht interessante Portfoliobausteine mit gutem Diversifikationseffekt entgehen.