Fondsmanager und Volkswirte über die Franken-Aufwertung „Wie vertrauenswürdig sind Zentralbanken?“

Dirk Aufderheide von Deutsche AWM

Dirk Aufderheide von Deutsche AWM

// //

Kommentar von Joachim Corbach, Währungsexperte der Fondsgesellschaft Swiss & Global Asset Management

„Trotz gewissem Verständnis für die Argumentation der Schweizerischen Nationalbank SNB – insbesondere der Hinweis, dass so eine Entscheidung überraschend erfolgen muss, ist absolut korrekt – erscheint der Zeitpunkt der Aufhebung des Mindestkurses verfrüht“, sagt Joachim Corbach, Währungsexperte der Fondsgesellschaft Swiss & Global Asset Management in Zürich.

„Ein Zusammenhang mit den zu erwartenden zusätzlichen geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank EZB liegt auf der Hand. Dies nicht zuletzt auch deshalb, als das von der SNB im Dezember eingeführte Instrument der negativen Zinsen genau am 22. Januar in Kraft tritt, exakt am Tag der EZB Entscheidung“, so Corbach weiter. „Hat die SNB einen begründeten Verdacht, dass die Maßnahmen der EZB nächste Woche unerwartet expansiv ausfallen werden und der Druck auf die EURCHF Untergrenze auf ein unerträgliches Maß hätte zunehmen können?“

„Ein negativer Zinssatz von 75 Basispunkten ist ohne flankierende Maßnahmen bezüglich Liquiditätshaltung sicher am oberen Rand des Möglichen. In welchem Ausmaß er ausreicht, die Attraktivität des Franken für ausländische 'Investoren' zu brechen, bleibt abzuwarten. Ein Erfolg dieser Maßnahme ist aus unserer Sicht jedoch zumindest mittelfristig nicht auszuschließen“, sagt Corbach.

Lesen Sie auf der nächsten Seite den Kommentar von Daniel Hartmann, Wirtschaftsanalyst bei Bantleon