Franklin Templeton Minen oder Barren? Das ist unsere Gold-Strategie

Goldmünzen, Barren und Schmuck sind vor allem in China beliebt. (Foto: Getty Images)

Goldmünzen, Barren und Schmuck sind vor allem in China beliebt. (Foto: Getty Images)

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Im Jahr 2013 erreichte der Goldpreis den tiefsten Stand seit drei Jahren, den ersten jährlichen Wertrückgang seit 2000 und den stärksten jährlichen Rückgang in drei Jahrzehnten. Auslöser hierfür war die sich verbessernde Weltwirtschaft bei zahmer Inflation, wodurch die Nachfrage nach Vermögensschutz zurückging. Die Nachfrage nach Gold wurde durch die zunehmende Stärke des US-Dollars zusätzlich beeinträchtigt.
 
Diese Stärke wurde durch ein stetigeres Wirtschaftswachstum in den USA und den Bestrebungen der Federal Reserve zur Reduzierung des Umfangs ihrer monatlichen Anleihenankäufe unterstützt. Das zurückgehende Anlegerinteresse an Gold wurde besonders deutlich als durch Gold unterlegte börsengehandelte Produkte (ETPs) 2013 um 33 Prozent auf das niedrigste Niveau seit 2009 fielen.

Ankauf von physischem Gold stieg vor allem in China


Die globalen Netto-Investitionszuflüsse in ETPs zeigten 2013 Goldveräußerungen in Höhe von 865 Tonnen (t). Das ist mehr als alle Zuflüsse der vorhergehenden drei Jahre zusammen genommen. Diese Abflüsse brachten eine erhebliche Menge Gold in den Spot-Markt. Das drückte die Preise, was wiederum zur physischen Nachfrage beitrug und verhinderte, dass Gebrauchsgold in den Markt geriet.

2013 stieg der Verkauf von Goldbarren und Münzen gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent auf einen Rekordwert von 1.654 t, da Kleinanleger und Sammler von den fallenden Preisen angezogen wurden. Bei der Nachfrage nach Goldmünzen, Barren und Schmuck lag die Region Asien-Pazifik vorne. Insbesondere in China stieg der Ankauf von physischem Gold durch Verbraucher gegenüber 2012 um 32 Prozent auf ein Rekordhoch von 1.066 t.

Trotz Problemen werden Goldminenbetreiber zu attraktiven Bewertungen gehandelt

Der Preisverfall im Goldmarkt 2013 stellt in der Branche tätige Minenbetreiber vor große Herausforderungen. Die meisten sind aufgrund der niedrigen Preise gezwungen, diskretionäre Ausgaben zu senken, Mitarbeiter zu entlassen und den Abbaubetrieb zu optimieren. Trotz dieser Herausforderungen deuten unsere Analysen Anfang 2014 darauf hin, dass viele Goldminenbetreiber immer noch solide dastehen – mit attraktiven Wachstumsoptionen für eine potenzielle Schaffung von Shareholder Value.

Dies selbst dann, wenn der Goldpreis bei etwa 1.200 US-Dollar pro Unze bleiben sollte. Dieser Stand wurde gegen Ende des Jahres 2013 erreicht. Unserer Ansicht nach hat der länger anhaltende Preisverfall des Edelmetalls eindeutig gezeigt, dass sich Unternehmen nicht einfach nur auf höhere Marktpreise verlassen können, um steigenden Betriebskosten begegnen zu können.

Wir beobachten, wie Management-Teams sich nun auf Kostenkontrollen und disziplinierte Kapitalinvestitionen konzentrieren. Goldminenbetreiber wurden gegenüber dem historischen Niveau zu äußerst attraktiven Bewertungen gehandelt. Angesichts unserer Ansichten zu Kosten und den jüngsten Hinweisen auf ein erneutes Interesse an Gold glauben wir, sie dürften gegenüber dem Besitz von physischem Gold ein höheres Aufwärtspotenzial aufweisen.

Interesse an Gold steigt

Nach vorherrschender Meinung scheinen die Volkswirtschaften der Welt sich generell zu erholen. Das führte im vergangenen Jahr zu einer Verlagerung des Anlegerinteresses zu Mainstream-Investitionen. 2014 konnten wir bisher eine gewisse Umkehr erkennen. Dabei gewinnt Gold aufgrund der Unruhe in den Schwellenmärkten und einer Ohnmacht in den internationalen Aktienmärkten im Januar wieder als „sicherer Hafen“ Interesse.

Die Bedingungen für Bergbauunternehmen waren schwierig, wir glauben aber, umfassende Kosteneinsparungen könnten das Potenzial der Produzenten bei Preissteigerungen für Gold erhöhen. Wir erwarten auch, dass die starke Fusions- und Übernahmeaktivität sich im aktuellen Klima weiter fortsetzt.

Angesichts der jüngsten Währungsschwächen in den Schwellenmärkten konnten viele Goldunternehmen, die in rohstoffreichen Schwellenmärkten tätig sind von fallenden Kosten, wie beispielsweise Löhnen, die normalerweise in Lokalwährung ausbezahlt werden und einen signifikanten Teil der Kosten ausmachen, profitieren.