„Grober Unfug, überflüssig wie ein Kropf“ Volker Looman wettert gegen Bausparverträge

F.A.Z.-Kolumnist Volker Looman: Immobilienkäufer sollten sich darauf einstellen, dass ihnen das Fell über die Ohren gezogen werden kann. | © Axel Springer

F.A.Z.-Kolumnist Volker Looman: Immobilienkäufer sollten sich darauf einstellen, dass ihnen das Fell über die Ohren gezogen werden kann. Foto: Axel Springer

Wer eine vermietete Immobilie kaufen will, sollte sich darauf einstellen, dass ihm „das Fell über die Ohren gezogen werden kann“, warnt Volker Looman. Der Finanzkolumnist bei der F.A.Z. erlebt nach eigenen Angaben bereits seit Jahren, dass Banken ihren Kunden ein Festdarlehen nur in Kombination mit einem Bausparvertrag anbieten. Einer Kombination „überflüssig wie ein Kropf“.

Warum das keinen Sinn macht, erklärt Looman in seiner F.A.Z.-Kolumne anhand eines Praxisbeispiels. Es geht um einen Zahnarzt, der ein gut vermietetes Mehrfamilienhaus für 1,5 Millionen Euro gekauft und damit eine Rendite von 6,2 Prozent vor beziehungsweise 3,7 Prozent nach Steuern hätte erwirtschaften können.

Negativzinsen von 0,5 % jährlich

Wäre da bloß nicht die Finanzierung. Denn die Bank stellte dem Zahnarzt die gesamte Summe als Festdarlehen zur Verfügung, verlangte aber von ihm im Gegenzug, einen Bausparvertrag in gleicher Höhe abzuschließen. Das Problem: Für das Festdarlehen wollte die Bank 2,5 Prozent Zinsen im Jahr haben; der Bausparvertrag hingegen war mit gerade einmal 0,1 Prozent verzinst. Berücksichtigt man die Abschlusskosten von 15.000 Euro sinke die Rendite des Bausparvertrags auf minus 0,5 Prozent jährlich, rechnet Looman vor.

In drei Jahren wäre der Sollzins zwar auf 2,4 Prozent gefallen, so der Finanzkolumnist weiter. „Doch das sind Peanuts im Vergleich zu der Tatsache, acht Jahre lang eine negative Zinsdifferenz von 300 Basispunkten vor sich hergeschoben zu haben!“