Hedgefonds für alle: „Harmonie im Depot“

Thorsten Pörschmann

Thorsten Pörschmann

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DAS INVESTMENT.com: Hedge-Fonds haben auf dem deutschen Markt kein Bein auf den Boden bekommen. Nun gibt es einige hundert Absolute Return Fonds und Newcits-Fonds, die sich Stilelemente der Hedge-Fonds bedienen und das durchaus mit Erfolg. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung? Thorsten Pörschmann: Ich finde das toll. Aber es verwundert mich auch nicht. Nach zwei handfesten Krisen innerhalb von zehn Jahren hat es einen deutlichen Knacks gegeben. Nun streben Investoren nach Harmonie in ihrem Depot. Zugleich ist das regulatorische Umfeld transparenter geworden. Für Anbieter und Anleger ist das gerade nach den Verwerfungen der vergangenen Jahre ein großer Vorteil. DAS INVESTMENT.com: Fondsgesellschaften legen neue Produkte auf oder passen langjährige Hedge-Fonds der UCITS-Regelung an. Was ist erfolgversprechender?

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Pörschmann: Das lässt sich nicht pauschal beantworten und ist immer auch von der jeweiligen Strategie abhängig. Es gibt bewährte Produkte, die nun öffentlich vertrieben an vergangene Erfolge anknüpfen können. Anderen Fonds sieht man deutlich an, dass das Portieren der Hedge-Fonds-Strategie in eine neue Hülle nicht klappt. Gleiches gilt natürlich auch für neue Produkte. Es gibt erfolgreiche und weniger erfolgreiche. DAS INVESTMENT.com: Es lassen sich nicht alle Offshore-Strategien neu verpacken. Pörschmann: Das ist richtig. Arbitrage-Strategien brauchen mitunter ein hohes Leverage. Das ist mit Ucits nicht darstellbar und nicht erlaubt. Auch einige Short-Strategien sind schwieriger umzusetzen. Außerdem stellen Anforderungen an eine tägliche Liquidität einige Hedge-Fonds-Manager vor neue Herausforderungen. Manche Investmentansätze und Ideen brauchen Zeit, um aufzugehen. Wenn dann täglich hin und her gekauft und verkauft werden kann, steigert sich der Ertrag sicherlich nicht. DAS INVESTMENT.com: Derzeit sind die Kapitalmärkte außerordentlich schwer einzuschätzen. Pörschmann: Nervosität und Differenzen spielen den Fonds mitunter in die Hände. Zinserhöhungen in den Schwellenländern, niedrige Zinsen in den Industriestaaten, starke Schwankungen zwischen Dollar, Euro und den Rohstoffwährungen. Je mehr Ausschläge es in die eine und die andere Richtung gibt, umso besser. Es wird künftig auch wieder verstärkte Übernahmeaktivitäten geben. Das ist auch sehr interessant.