House View „Wir bevorzugen europäische und japanische Aktien“

Chefkoch serviert Thunfisch-Sushi in einem Restaurant in Tokyo: Japanische Aktien schmecken den Experten von Standard Life Investments derzeit gut. (Bild: Getty Images)

Chefkoch serviert Thunfisch-Sushi in einem Restaurant in Tokyo: Japanische Aktien schmecken den Experten von Standard Life Investments derzeit gut. (Bild: Getty Images)

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Obwohl das Wachstum der Weltwirtschaft schwach in das Jahr 2015 gestartet ist, rechnen wir weiterhin mit einer moderaten Expansion für 2015 und 2016. Hierbei dürften sich die niedrigeren Energiekosten sowie die lockere Geldpolitik einer Reihe von Zentralbanken als hilfreich erweisen, da sie den Unternehmen eine Steigerung ihrer Gewinne ermöglichen sollten. Deshalb schätzen wir die Lage an den Aktien- und Immobilienmärkten weiterhin vorsichtig optimistisch ein. Wir haben die Risikokomponente in unseren Multi-Asset-Portfolios trotz dessen leicht reduziert, da sich aufgrund übermäßiger Liquidität erste Anzeichen einer Blase bei manchen Anlagepreisen abzeichnen.

Euro-Zone profitiert von lockerer Geldpolitik

Innerhalb des Aktienbereichs favorisieren wir europäische und japanische Werte, die von einer zyklischen Konjunkturerholung profitieren und deren Zentralbanken darauf bedacht sind, die Bedingungen für eine Währungsabwertung und ein gesünderes Bankensystem zu schaffen. Wir sind zu einer untergewichteten Position bei US-Aktien übergegangen, wo Unternehmensgewinne von verschiedenen Seiten unter Druck geraten. In Hinblick auf Anlagen aus Großbritannien, den asiatischen Industrieländern sowie den Schwellenländern nehmen wir eine neutrale Position ein. Letztere schneiden in der Regel in Zeiten eines starken US-Dollars und schwacher Rohstoffpreise unterdurchschnittlich ab.

Bei den festverzinslichen Anlagen halten wir auch weiterhin Ausschau nach Renditechancen. Bei unserem Engagement in Unternehmensanleihen gehen wir zu einer neutralen Gewichtung über, da die derzeitige Spread-Einengung ein selektiveres Vorgehen beim Kauf notwendig macht. Hohe Bewertungen bedeuten eine Untergewichtung der meisten Staatsanleihen. Ausgenommen sind Staatsanleihen europäischer Märkte, die durch quantitative Lockerungsmaßnahmen gestützt werden. Unterdessen favorisieren wir auch weiterhin Immobilienwerte, wobei die Bewertungen einen Wechsel zu günstigeren Märkten fördern, und profitieren somit von einer attraktiven Mischung aus Wachstumschancen und Renditen.



Der Investmentprozess von Standard Life Investments

Risiken

Die Global Investment Group vertritt weiterhin die Auffassung, dass Portfolios auch künftig nur mit einem moderaten Risiko ausgestattet sein sollten – mit Fokus auf stabilen Renditen oder nachhaltiger Gewinnsteigerung in einer moderaten Wachstumsumgebung.

Staatsanleihen

US-Staatsanleihen: Untergewichten

Die gute konjunkturelle Lage der US-Wirtschaft, insbesondere ein engerer Arbeitsmarkt, dürfte die US-Notenbank (Fed) in die Lage versetzen, die Zinsen in der zweiten Jahreshälfte von 2015 allmählich wieder anzuheben. Allerdings wird sie mit Hilfe der Forward Guidance das Tempo der Renditeentwicklung unter Kontrolle halten.

Europäische Anleihen: Neutral

Das von niedriger Inflation, moderatem Wirtschaftswachstum und insbesondere den quantitativen Lockerungsmaßnahmen (QE) der Europäischen Zentralbank (EZB) gekennzeichnete Umfeld in Euroland wirkt sich stützend auf die Kurse europäischer Anleihen aus. Die Situation in Griechenland muss genau im Auge behalten werden, da sie eine größere Neubewertung der Risiken peripherer Staatsanleihen auslösen könnte.

Britische Staatsanleihen (Gilts): Neutral

Die Bewertungen sind sehr hoch und die Anlageklasse reagiert anfällig auf eine Erhöhung der Zinssätze, während das Wirtschaftswachstum stabil bleibt. Ein kontrollierbarer Inflationsdruck sowie Maßnahmen der britischen Notenbank können sich stützend auf steigende Anleiherenditen auswirken.

Japanische Anleihen: Untergewichten

Die langfristigen Inflationsaussichten verschlechtern sich angesichts der Reflationsbestrebungen der Regierung zunehmend. Das umfangreiche Programm der japanischen Zentralbank für den Aufkauf von Staatsanleihen sollte jedoch einen wesentlichen Anstieg der Renditen verhindern.

Globale inflationsgeschütze Anleihen: Neutral

Obwohl der Inflationstrend in vielen entwickelten Volkswirtschaften gemäßigt verläuft, müssen die Bewertungen sorgfältig analysiert werden. Die ultralockere Geldpolitik und die dadurch geförderte Inflation sorgen auch weiterhin für Verunsicherung bei den Anlegern.

Globale Emerging-Markets-Anleihen: Übergewichten/Neutral

Aufgrund besser bewerteter Spreads sollten auf US-Dollar lautende Anleihen übergewichtet werden. Dagegen besteht eine neutrale Gewichtung bei auf Landeswährung lautenden Anleihen, da sie eine sorgfältige Analyse der einzelnen Währungen und Spread-Faktoren erfordern.

Unternehmensanleihen

Investment Grade-Anleihen: Neutral

Anreize wie positive Unternehmens-Cashflows werden zunehmend mit eingepreist. Die Gesamterträge von Investmentgrade-Anleihen werden zeitweise von der Volatilität der Referenz-Staatsanleihen beeinflusst.

Hochzinsanleihen: Neutral

Der überfüllte fremdfinanzierte US-Markt birgt die Gefahr einer Ausstiegswelle sobald es zu einer Verschärfung der Geldpolitik kommt. Der europäische Anleihemarkt wird von Renditejägern gestützt, ist jedoch anfällig für systemische Risiken.