Hüfners Wochenkommentar Bitcoin ernst nehmen?

Martin Hüfner, Chefvolkswirt des Vermögensverwalters Assenagon Asset Management | © Assenagon Asset Management

Martin Hüfner, Chefvolkswirt des Vermögensverwalters Assenagon Asset Management Foto: Assenagon Asset Management

Eigentlich wollte ich hier nicht über die neuen Digitalwährungen schreiben. Sie sind mir noch zu exotisch. Aber in den letzten Wochen und Monaten bin ich so oft zu Bitcoin befragt worden, dass ich mich umentschlossen habe. Offenbar ist das Interesse an der neuen Währung größer, als ich dachte. Müssen wir Bitcoin ernst nehmen?

Neue Währungen sind ein Wachstumsmarkt

Zunächst: Neue Währungen sind ein Wachstumsmarkt. Das Misstrauen gegenüber dem traditionellen Geld hat in letzter Zeit erschreckend stark zugenommen. Die außerordentliche Ausweitung der Liquidität, die Käufe von Wertpapieren durch die Zentralbanken und die unsinnigen Null- und Negativzinsen haben den Glauben an die Stabilität des traditionellen Finanzsystems untergraben. Die Menschen suchen nach Alternativen. Mehr und mehr Ökonomen fordern eine neue Währung.

Das ist eine günstige Ausgangsposition für Bitcoin. Allerdings muss sie natürlich auch die Voraussetzungen für gutes Geld erfüllen. Sie muss sowohl Zahlungsmittel sein als auch Wertaufbewahrungsmittel und Recheneinheit.

Die Bedingungen eines Zahlungsmittels erfüllt Bitcoin besser als andere. Sie ist sicher. Sie kann ohne Probleme international über alle Landesgrenzen transferiert werden. Sie ist unabhängig von staatlichen Eingriffen (vor allem auch von Kapitalverkehrskontrollen). Und sie ist kostengünstig.