DKV und FDP: Luxusversicherung für die Liberalen
Die Skandale rund um die FDP reißen nicht ab. Nach der umstrittenen Mövenpick-Spende bietet mit der DKV nun auch Europas größte Privatversicherung Sonderkonditionen für FDP-Mitglieder an.
„Die liberale Alternative zur Gesundheitsreform“, so wirbt die Deutsche Krankenversicherung DKV auf der Internetplattform netzwerk-mit-nutzwert.de, die der FDP gehört. Fünf Prozent Rabatt, Vorerkrankungen sind - anders als sonst üblich - kein Grund, den Versicherungsschutz zu verweigern, die normalen Wartezeiten gibt es nicht, Familienmitglieder werden mitversichert – eine Luxusversicherung mit dem Rundum-Sorglos-Paket für die Liberalen.
"Freie Demokratische Partei und DKV - starke Partner", so heißt es auch auf der DKV-Homepage. Das Logo der Liberalen prangt dabei direkt unter dem der DKV. Nichts Besonderes für die DKV-Sprecherin Sybille Schneider. „Die DKV bietet insgesamt etwa 1.000 Firmen und Verbänden solche Gruppenverträge an“, erklärte sie gegenüber Sueddeutsche.de.
###BOX_8###
Pikant ist in diesem Fall aber, dass die als Besserverdiener-Partei bekannte FDP, sich schon bei langem für die Belange privater Krankenversicherungen stark macht. So strebt der FDP-Gesundheitsminister Philipp Rösler ein Umbau des Gesundheitssystems weg von der solidarischen Umlagefinanzierung hin zur einheitlichen Kopfpauschale mit privater Zusatzversorgung an.
Die Liberalen standen bereits vor wenigen Tagen aufgrund einer Millionenspende von August Baron von Finck, dem unter anderem die Hotelkette Mövenpick gehört, in der Kritik. Die "Mövenpick-Partei" habe sich damit die Mehrwertsteuersenkung auf Hotelübernachtungen bezahlen lassen, meinten die Kritiker.







Jeder Karnickelzüchterverein darf das machen. Ob KV oder Unfallversicherung ...
nein, der Gruppenvertrag ist kein Skandal. Es gibt aber zu denken, wenn FDP und DKV ihre Logos auf den jeweiligen Internetseiten und sonstigen Werbedrucken gemeinsam präsentieren.
Die DKV würde aber nie öffentlich groß damit werben, dass der Kaninchenzüchterverein aus Hintertupfingen einen Gruppenvertrag bei der DKV hat und schon garnicht deren Logo auf ihrer Inernetseite zeigen...
Sie haben Recht damit, dass das Thema im Artikel etwas zu überspitzt dargestellt ist. Gruppentarife sind in der Krankenversicherung in der Tat Usus, wie in diesem etwas zurückliegendem Artikel zu lesen ist: http://www.dasinvestment.com/investments/versicherungen/news/datum/2009/02/19/gesundheit-zum-gruppentarif-1/
Beste Grüße,
Karen Schmidt
wie meine Kollegin schon geschrieben hat: Sie haben recht damit, dass das Thema im Artikel etwas zu überspitzt dargestellt ist. Sie haben auch recht damit, dass der Gruppentarif vielen Organisationen und Verbänden offen steht.
Es ist jedoch interessant, dass beide Kooperationspartner - sowohl die FDP als auch die DKV - auf ihren Homepages füreinander werben (FDP: „Die liberale Alternative zur Gesundheitsreform“; DKV: Freie Demokratische Partei und DKV - starke Partner"). Wie Paul bereits angemerkt hat, geht das über die Grenzen einer einfachen Kooperation deutlich hinaus.
Darf eine Partei einen "starken Partner" in der freien Wirtschaft haben? Darf diese Partei diesen "starken Partner" als eine "liberale" (politische?!) Alternative bezeichnen? Wie nah dürfen sich Wirtschaft und Politik stehen? Das waren die Fragen, um die es in dem Beitrag ging - zugegebenermaßen in einer etwas reißerischer Form.
Sofern die Vergünstigungen bei der DKV und bei netzwerk-mit-nutzwert.de den FDP-Mitgliedsbeitrag übertreffen (sofern überhaupt ein Mitgliedsbeitrag erhoben wird), würde es sich ja durchaus rechnen, in diese Partei einzutreten.
Oder bietet eine der anderen Parteien vielleicht lukrativere Vorteile? Gibt's vielleicht eine Seite, auf der man die Vorteile der einzelnen Parteien vergleichen kann?
Dann könnte ich mir die höchstbietende Partei für meine Mitgliedschaft aussuchen.
Und das Kreuzchen auf dem Wahl-Stimmzettel muss man dann ja nicht unbedingt bei der eigenen Partei machen, denn die Wahl ist ja geheim . . .
Kommentar schreiben