Kames Capital „Langfristige Baisse beim US-Dollar zu erwarten“

Japanische Bankmitarbeiter bei einem Dollar-Puzzlespiel: Der Greenback hat in den vergangenen Monaten stark an Wert verloren | © Getty Images

Japanische Bankmitarbeiter bei einem Dollar-Puzzlespiel: Der Greenback hat in den vergangenen Monaten stark an Wert verloren Foto: Getty Images

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Es geht steil abwärts: Der US-Dollar-Index (DXY) hat seit Jahresanfang rund 9 Prozent an Wert verloren. Grund für die Schwäche sind enttäuschende makroökonomische Daten sowie die Ineffizienz der Trump-Administration.

Für Investoren ist angesichts des Abwärtstrends der US-Währung vor allem eine Frage relevant: „Wird die Stimmung noch schlechter oder ist Besserung in Sicht?“

„Greenback-Baisse dauert im Schnitt neun bis zehn Jahre“

In der Regel bewegt sich der Greenback in langfristigen Zyklen. Eine Hausse dauert im Schnitt sechs bis sieben Jahre, eine  Baisse neun bis zehn Jahre. Die nachfolgende Grafik zeigt die Auf- und Abwärtsphasen des US-Dollars zwischen den Jahren 1975 und 2016.

Wir von Kames Capital gehen davon aus, dass dem US-Dollar eine längerfristige Baisse bevorsteht. Dieser Einschätzung liegen verschiedene Faktoren zugrunde. Erstens ist der US-Dollar bezogen auf die meisten Kennzahlen trotz des Wertverlusts von 9 Prozent seit Jahresbeginn nach wie vor teuer. Vor allem der inflationsbereinigte Wechselkurs der Währung ist gemessen am handelsgewichteten Index unverändert hoch, wie die nachfolgende Grafik zeigt.

Zweitens ist die Haltung von Spekulanten gegenüber dem Greenback bisher lediglich neutral. Es bleibt daher erheblicher Spielraum für eine weitere Abkühlung der Stimmung.