Loys-Vorstand Ufuk Boydak Warum uns Tesla nicht überzeugt

Tesla-Chef Elon Musk während der Präsentation eines neuen Modells. Loys-Vorstand Ufuk Boydak ist von Tesla nicht überzeugt - zumindest nicht als Investment.   | © Getty Images

Tesla-Chef Elon Musk während der Präsentation eines neuen Modells. Loys-Vorstand Ufuk Boydak ist von Tesla nicht überzeugt - zumindest nicht als Investment. Foto: Getty Images

Ufuk Boydak

Mit seinen Zukunftsvisionen zur Mobilität bis hin ins All bewegt sich Elon Musk, je nach Standpunkt, zwischen Genie und Größenwahn. Dennoch haben schon manche seiner Utopien unsere Welt verändert. Space X, das Weltraumprogramm des gebürtigen Südafrikaners, hatte im vergangenen Mai erstmals einen US-amerikanischen Militärsatelliten in die Erdumlaufbahn transportiert – zum Nachsehen von Lockheed Martin und Boeing, deren über zehnjähriges Monopol damit aufgebrochen war. Im Jahr 2018 sollen dann die ersten Touristen in einer Rakete zum Mond fliegen.

Elektroautos: salonfähiger Wechsel von Zapfhahn zu Steckdose?

Noch greifbarer ist sein Erfolg in der Automobilindustrie. Vor gut zehn Jahren entsprachen Elektroautos einem eher schnöden Öko-Look, der den Verzicht auf Prestige mit Vernunft adeln sollte. Teslas Anmutung eines PS-Boliden machte den Wechsel von Zapfhahn zu Steckdose statusträchtig und erschloss damit eine neue Käufergruppe. Überraschend ist nicht nur der Wille der Fans, dafür sechsstellige Beträge auszugeben. Das eigentlich bemerkenswerte ist die Geduld, mit der die Käufer jahrelang auf ihr neues Auto warten.

Zyniker finden Ähnlichkeiten zur Autoproduktion der alten DDR-Marken „Trabant“ und „Wartburg“. Sie lassen sich an der Knappheit wichtiger Bauteile festmachen, an den Vorlaufzeiten von Bestellung zu Auslieferung oder auch an dem Missverhältnis von Herstellkosten und Verkaufspreis. Das Geschäftsmodell Tesla befindet sich in einer Übergangsphase, in der ein gutes Konzept zu einer tragfähigen Produktion ausgebaut werden muss.

Opium für das Volk

Aus Investorensicht stellt sich die Frage, ob es derzeit noch zu früh oder schon zu spät für den Einstieg in die Tesla-Aktie ist, oder mit Konfuzius gesprochen: „Wer fragt, ist ein Narr für eine Minute. Wer nicht fragt, ist ein Narr sein Leben lang.“

Auf den ersten Blick mögen Berichte über insgesamt 250.000 verkaufte Pkw oder die Bestellung von neuen Elektro-Trucks durch Logistikunternehmen wie DHL für Optimismus sorgen.