Mark Mobius: Dividenden zahlen sich aus

Mark Mobius, Chef der Templeton Emerging Markets Group von Franklin Templeton

Mark Mobius, Chef der Templeton Emerging Markets Group von Franklin Templeton

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Bei Aktien aus Schwellenmärkten denken viele ausschließlich an Wachstum. Was sie vielleicht nicht erkennen: Es gibt noch einen weiteren potenziellen Nutzen, den Anleger in diesen Märkten gegebenenfalls erzielen können – Dividenden. Die länger währende Phase der lockeren Geldpolitik in vielen Industriestaaten (insbesondere den USA) hat dazu geführt, dass viele renditeorientierte Anleger nach Alternativen zu herkömmlichen festverzinslichen Anlagen suchen – so auch nach Dividenden ausschüttenden Werten.
Dabei führen sich viele Anleger gar nicht vor Augen. Dividenden sind nicht nur ein Phänomen der Industriemärkte. Die Fähigkeit eines Unternehmens, in der Vergangenheit Rückzahlungen in Form von Dividenden an seine Aktionäre zu leisten ist daher in der Tat bei der Titelauswahl für unsere Schwellenmarktportfolios ein wichtiges Kriterium.
Es wird viel über den Zeitpunkt des Ausstiegs der US-Notenbank aus ihrem lang währenden quantitativen Lockerungsprogramm spekuliert, auch darüber, wann Zinsen für Staatsanleihen und andere festverzinsliche Anlageformen wohl anfangen zu steigen. Wenn die Renditen erst einmal wachsen werden Sie sich fragen: „Sind Dividenden denn wirklich wichtig?“ Aus mehreren Gründen meinen wir, sie sind es.

Wir wissen nicht, wann das quantitative Lockerungsprogramm der Fed tatsächlich enden wird. Und selbst wenn es endet, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass die Fed auch anfängt die Zinspolitik zu straffen. Die Entscheidungsträger der Fed sagen, sie konzentrieren sich auf die Beschäftigungszahlen. Bleibt eine Verbesserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt aus, werden wir aller Wahrscheinlichkeit nach auch kein plötzliches Ende der quantitativen Lockerungsmaßnahmen sehen. Man sollte sich auch Gedanken darüber machen, wo das ganze Geld geblieben ist, das die Fed bereits in das System gepumpt hat. So wie wir die Dinge sehen haben die Banken ihre Bilanzen konsolidiert und halten Schatzpapiere. Die Bereitschaft zur Kreditvergabe scheint gestiegen zu sein. Dieses Geld wird letztlich seinen Weg in Aktien finden. Unserer Meinung nach ist dies mit ein Grund dafür, warum der US-Markt dieses Jahr auf neue Rekordwerte getrieben wurde. Geldpolitik braucht Zeit. Selbst wenn die Fed also kein Geld mehr in den Markt pumpt, ist immer noch sehr viel davon im Umlauf.

Außerdem hat Japan dieses Jahr sein eigenes Lockerungsprogramm mit einem Volumen von 2 Billionen US-Dollar aufgelegt. Ein weiteres in Höhe von 2,7 Billionen US-Dollar wird für das nächste Jahr erwartet. Die Europäer sind ebenfalls mit der Stimulation ihrer Volkswirtschaften fokussiert. Der Kurzfristzins der Europäischen Zentralbank liegt derzeit bei weniger als 1,0 Prozent. Angesichts der Tatsache, dass Staatsanleihen derzeit in vielen Ländern so gut wie nichts bringen, denke ich, sind Dividenden ausschüttende Aktien auch weiterhin attraktiv.

Die Sache mit den Dividenden

Dividenden sind sehr wichtig, nicht nur, weil sie Anleger über potenzielle Einnahmen erfreuen. Unserer Ansicht nach sind Dividenden auch ein Indikator für eine gute Corporate Governance. In der Vergangenheit bevorzugten viele Unternehmen in Schwellenmärkten, Gewinne in die Geschäftstätigkeit zurückzuführen, anstatt sie an Aktionäre auszuschütten. Inzwischen werden aber zunehmend Dividenden ausgeschüttet. Unserer Ansicht nach ist das gut so. Wenn ein Unternehmen Aktionären Dividenden zahlt und immer noch über ausreichend Barmittel zur Expansion verfügt und die hierfür erforderlichen Investitionen tätigt, ist das unserer Meinung nach positiv. Unternehmen, die regelmäßig Dividenden ausschütten, sind für uns ganz besonders attraktiv. Ein Managementteam eines Unternehmens, das sich auf die Interessen der Aktionären konzentriert, kann unserer Meinung auch erfolgreicher sein.