Mauern bauen ist nicht vielversprechend Das rät Schäuble Trump zur Amtseinführung

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU)

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU)

"In Deutschland ist es übliche Praxis, dass wir uns nicht so sehr in Entscheidungen einmischen, die andere Länder für sich getroffen haben", erklärte Schäuble mit Blick auf die jüngsten Äußerungen Trumps zur deutschen Flüchtlingspolitik. "Und übrigens: Wir haben einige Experten in Deutschland, die sich mit Mauerbau auskennen, und diese Experten sagen, dass das nicht sehr vielversprechend ist", sagte Schäuble im Interview mit Bloomberg TV am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Schäubles Äußerungen sind eine Reaktion auf die wiederholte Kritik des designierten US-Präsidenten an der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel. In einem jüngsten Interview mit der Londoner Times und der Bild-Zeitung hatte Trump gesagt, Merkel habe einen "äußerst katastrophalen Fehler" gemacht, indem sie illegale Zuwanderer ins Land gelassen habe. Als Folge dieser Flüchtlingspolitik durchlebe Deutschland nun ein "Trauma".

Der Bundesfinanzminister äußerte sich "optimistisch", dass die USA auch in Zukunft noch ein "verlässlicher Partner der westlichen Welt bleiben" werden. "Ein starkes Amerika hält sich an seine Verpflichtungen", ansonsten laufe es Gefahr, seine Glaubwürdigkeit zu verlieren. Vor allem für die baltischen Staaten sei es wichtig, dass die USA ein verlässlicher Partner blieben, so Schäuble.