Megatrend: „Willkommen, siebenmilliardster Erdbürger“

Alexander Funk, Fondsmanager bei Ökoworld Lux

Alexander Funk, Fondsmanager bei Ökoworld Lux

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„Welcome, number seven billion“ (Übers. d. Red.: „Willkommen, siebenmilliardster Erdbürger“), hieß es in der September-Ausgabe der Financial Times (Europa), um auf dieses freudige Ereignis und den Rekordzuwachs in der Weltbevölkerung hinzuweisen.

Zuwachs von einer Milliarde Menschen in nur 12 Jahren (plus 17 Prozent). Von den Vereinten Nationen (United Nations, UN) wurde symbolisch der 31. Oktober 2011 festgelegt, vielleicht war der jüngste Erdenbürger zu diesem Zeitpunkt bereits geboren oder doch noch unterwegs, um das Licht der Welt zu erblicken. So genau wusste das keiner.

Zutreffender war die Annahme, dass das Neugeborene im asiatisch-pazifischen Raum zur Welt kam, ist es doch die Region mit dem bis dato stärksten Bevölkerungswachstum.

Auf den Philippinen wurde demzufolge stellvertretend an diesem Tag eine neue Erdenbürgerin begrüßt und von den anwesenden UN-Vertretern mit einem Stipendium für ein späteres Studium ausgestattet – ihre Zukunft scheint somit gesichert zu sein. Eine der Eingangsfragen lautet:  „Wie können wir 7 Milliarden Menschen weltweit ernähren?“

In unserem ersten Teil der Serie „Seven Billion“ wollen wir die demografischen Ernährungstrends und deren Folgeerscheinungen vorstellen.

Im Status Quo der tendenziell industriell geprägten westlichen Welt tritt heute das Ernährungsbewusstsein zunehmend in den Vordergrund. Die westliche Gesellschaft kämpft mit den Wohlstandskrankheiten infolge ungesunder und unausgewogener Ernährung – per se bedingt durch zu viele fleischlastige und zuckerhaltige Produkte.

Zudem nimmt die Bewegungsaktivität der Menschen weiter ab. Einerseits bedingt durch sitzende Arbeitstätigkeiten im Dienstleistungsgewerbe und andererseits weniger werdende körperliche Freizeitgestaltung. Elektronische Unterhaltungsgeräte, Facebook und Co. forcieren beispielsweise diesen Trend. Übergewicht ist die Folge.  

Volkskrankheit Diabetes

Als Krankheitsbild tritt Diabetes mit ihren Nebenerscheinungen zunehmend als  Volkskrankheit auf. So waren 2009 etwa 9 Prozent der Bevölkerung in den Vereinigten Staaten von Diabetes betroffen. Tendenz steigend. Insgesamt sind mehr als 26 Prozent der amerikanischen Erwachsenen fettleibig (Body Mass Index > 30), (Quelle: Novo Nordisk, Investor Presentation 2011). Selbst die Weltgesundheitsorganisation WHO erklärte Fettsucht 1997 zu einer globalen Epidemie.

Adipositas und Wohlstandskrankheiten wie Diabetes sind bislang in erster Linie in den klassischen Industrieländern vorhanden. Jedoch sind erschreckenderweise die Wachstumsraten in den aufstrebenden Wirtschaftsnationen wie Russland und China immens.

In diesen Ländern findet der Wandel beziehungsweise das Aufholpotenzial der westlichen Essgewohnheiten deutlich rasanter statt als dies über die Jahrzehnte in den Industrieländern vonstattenging.

Ist das also der Preis, um das Wohlstandsniveau der Industrieländer zu erreichen? Der für die Kaufkraftparität ermittelte „Big-Mac-Index“ könnte für diese Zwecke in abgewandelter Form als Gradmesser dienen.