Nach Terroranschlägen in Europa Citigroup-Stratege erwartet baldige Euro-Dollar-Parität

Rückseite des 1-Dollar-Scheins | © pixabay.com

Rückseite des 1-Dollar-Scheins Foto: pixabay.com

"Das Risiko für die Markteinschätzung ist derzeit, dass wir eine schnellere Dollar-Aufwertung und ein größeres Ausmaß an Dollar-Aufwertung bekommen könnten als viele im Markt annehmen", sagte Todd Elmer, Devisenstratege bei Citigroup in Singapur, im Interview mit Bloomberg Television. "Der Grund dafür, dass die Risiken zu dieser Seite geneigt sind, ist, dass sich der Markt anders als zuvor mehr auf die Politik konzentrieren wird."

Der Bloomberg Dollar Spot Index ist seit Ende September um fast acht Prozent gestiegen - die beste Quartalsentwicklung seit 2008. Investoren setzen darauf, dass die Versprechen des designierten US-Präsidenten Donald Trump, die Steuern zu senken und die Infrastrukturausgaben zu erhöhen, das US-Wirtschaftswachstum ankurbeln werden und die Federal Reserve ihre Zinserhöhungen beschleunigen wird. Derzeit sieht die Fed 2017 drei Zinsanhebungen um je einen Viertel Prozentpunkt, Terminmarkt-Händler hingegen erwarten lediglich zwei Erhöhungen.

"Das Risiko in diesem Umfeld mit haushaltspolitischem Schub spät im Konjunkturzyklus ist, dass wir eine stärkere geldpolitische Straffung durch die Fed bekommen könnten", sagte Elmer. "Das addiert sich alles zu einem ziemlich stützenden Umfeld für den Dollar."

Auch die sich ausweitende Differenz zwischen den US-Renditen und den Renditen anderswo dürfte den Dollar stützen, so Elmer. "Die Ausweitung des Zinsdifferentials wird Aufwärtsdruck auf den Dollar ausüben."

Gegenüber dem Euro werde der Dollar "relativ bald" die Parität überschreiten, sagt Elmer, da die Terroranschläge in Europa die Sorgen im Hinblick auf geopolitische Risiken erhöhe.