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29.08.2011 11:41
Rubrik: Fonds

Schuldenkrise: „90 Prozent der Anleger fallen auf die Nase“

Holger Schmitz, Vorstand Schmitz & Partner AG

Werterhalt statt Wahnsinnsverluste. Seit Auflegung im Mai 2008 hat der Mischfonds Schmitz & Partner Global Defensiv (WKN: A0M1UL) kein einziges Quartal im Minus abgeschlossen. DAS INVESTMENT.com sprach mit Fondsmanager Holger Schmitz, Vorstand der Schmitz & Partner AG, über Probleme mit Politikern, Inseln der Stabilität und Fallen für ängstliche Anleger.

DAS INVESTMENT.com: Herr Schmitz, was passiert da gerade an den Märkten?

Holger Schmitz: Wir sehen eine Vertrauensdeflation. Das Vertrauen in die Politiker sinkt dahin, wo es hingehört – auf den Nullpunkt. Das Einzige, was mich wundert ist, dass es so lange gedauert hat.

DAS INVESTMENT.com: Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds, hat erst vergangenes Wochenende mehr Anstrengungen von den Regierungen gefordert. Vor allem die USA sollen ihr Wachstum stärker ankurbeln. Was halten Sie davon?

Schmitz: Nichts. Politiker sind nicht die Lösung, sie sind das Problem. Sie denken nur bis zum nächsten Wahltermin, nicht darüber hinaus. Es wird immer nur Zeit gekauft. Das Problem selbst wird nicht gelöst.

DAS INVESTMENT.com: Viele fordern derzeit mehr Regulierung der Kapitalmärkte – ein Fehler?

Schmitz: Politiker bekämpfen gerne den Markt oder die bösen Spekulanten. Den Markt aber kann man nicht bekämpfen. Er ist eigentlich nur das Fieberthermometer, das anzeigt, dass es eine Krankheit gibt. Er ist aber nicht der Grund für die Krankheit. Eine Regulierung wäre so, als ob der Arzt das Thermometer zertrümmert, weil ihm das Ergebnis nicht passt.

DAS INVESTMENT.com: Wie positionieren Sie sich als Fondsmanager in so einem Umfeld? 

Schmitz: Die Politiker fummeln in einem Markt herum, von dem sie nichts verstehen. Es gab noch nie so wenig wirtschaftlichen Verstand in einer Regierung wie jetzt. Die einzige Lösung ist, man muss die unsinnigen Entscheidungen der Politiker einkalkulieren.

DAS INVESTMENT.com: Wie?

Schmitz: Schwergewicht in unseren Portfolios sind Schweizer Franken, skandinavische Währungen und physisches Gold und Silber, das in der Schweiz gelagert wird.

DAS INVESTMENT.com: Der Schweizer Franken ist seit Anfang dieses Jahres stärker gestiegen als der Goldpreis. Der Jubel der Schweiz hält sich in Grenzen. Die Nationalbank versucht gegenzusteuern. Und auch beim Gold sehen einige Experten schon eine Übertreibung.

Schmitz: Noch hat die Schweizer Nationalbank den Franken aber nicht drücken können. Und auch der Run auf Gold ist noch lange nicht so stark wie in anderem Krisen. Es ist durchaus noch genug Luft nach oben. Der Vorteil von Gold und Silber ist, dass diese Währung die Kaufkraft meiner Anleger erhält. Denn im Gegensatz zu den anderen Währungen kann sie nicht manipuliert werden und nicht entwerten.

DAS INVESTMENT.com: Der steigende Goldpreis weckt aber bereits Begehrlichkeiten. Venezuelas Präsident Hugo Chávez etwa will die Goldminen des Landes verstaatlichen.

Schmitz: Noch ist es nicht soweit. Wir nutzen Gold, solange es geht.

DAS INVESTMENT.com: Investieren Sie gar nicht in Aktien?

Schmitz: Doch natürlich. Aktien sind Sachwerte. Dazu gibt es keine Alternativen. Unsere Aktienquote liegt derzeit bei 25,6 Prozent. Nur noch 3 Prozent der deutschen Vermögen sind aktuell in Aktien investiert. Das wird sich irgendwann ändern, weil es einfach keine Alternative gibt.

DAS INVESTMENT.com: Noch gehen die meisten Anleger raus aus Aktien und rein in Anleihen.

Schmitz: 90 Prozent der Anleger fallen auf die Nase, weil sie aus Angst das Falsche tun. Es ist ein Fehler, jetzt Aktien zu verkaufen, nur weil man damit rechnet, dass die Kurse weiter fallen. Wenn ich Aktien eines Unternehmens mit einem inneren Wert von 100 Euro für 80 Euro kriegen kann, greife ich zu. Bekomme ich sie nächste Woche für 70 Euro, nehme ich die auch. 

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